Abercrombie & Fitch setzt seinen Wachstumskurs fort. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf den Rekordwert von 1,27 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro). Damit wächst der US-Modekonzern bereits das 15. Quartal in Folge. Sowohl die Markenfamilie Abercrombie als auch Hollister erzielten ihre bislang höchsten Umsätze in einem zweiten Quartal.
Das Ergebnis wurde allerdings erheblich durch eine Rückerstattung von US-Zöllen beeinflusst. Abercrombie & Fitch verbuchte daraus im Quartal einen positiven Vorsteuereffekt von rund 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro). Dennoch sieht sich das Unternehmen nach einem starken ersten Halbjahr auf Kurs und hat seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben.
Abercrombie wächst stärker als Hollister
Die Abercrombie-Marken steigerten ihren Quartalsumsatz um acht Prozent auf 596,8 Millionen Dollar (rund 514 Millionen Euro). Die vergleichbaren Umsätze legten um vier Prozent zu. Hollister wuchs beim Gesamtumsatz dagegen nur um zwei Prozent auf 669,9 Millionen Dollar (rund 577 Millionen Euro), während die vergleichbaren Erlöse um drei Prozent zurückgingen.
Konzernweit blieben die vergleichbaren Umsätze damit unverändert. Das zeigt, dass das Wachstum nicht ausschließlich aus bestehenden Verkaufsflächen und vergleichbaren digitalen Geschäften stammt. CEO Fran Horowitz verweist unter anderem auf zusätzliche Wachstumschancen durch Partnerschaften, neue Vertriebskanäle und Produktkategorien.
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Europa wächst nur um zwei Prozent
Regional entwickelte sich Asien-Pazifik mit einem Umsatzplus von 19 Prozent am dynamischsten, allerdings auf einer vergleichsweise kleinen Basis von 44,2 Millionen Dollar (rund 38 Millionen Euro). In Amerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt, stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf gut eine Milliarde Dollar (rund 879 Millionen Euro).
Deutlich schwächer fiel das Wachstum in Europa, dem Nahen Osten und Afrika aus. In der EMEA-Region erhöhte sich der Umsatz lediglich um zwei Prozent auf rund 202 Millionen Dollar (rund 174 Millionen Euro). Die vergleichbaren Umsätze gingen dort sogar um vier Prozent zurück. Das Management spricht dennoch von verbesserten Trends in der Region.
Zollerstattung treibt operatives Ergebnis
Der operative Gewinn erhöhte sich auf 253 Millionen Dollar (rund 218 Millionen Euro), nach 207 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Die operative Marge erreichte 19,9 Prozent und lag damit deutlich über den zuvor erwarteten rund zehn Prozent.
Ein wesentlicher Teil dieser Verbesserung stammt aus der Rückerstattung von Zöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act. Der Effekt belief sich auf rund 100 Millionen Dollar und steuerte nach Unternehmensangaben 7,9 Prozentpunkte zur operativen Marge bei. Beim verwässerten Ergebnis je Aktie ergab sich daraus ein positiver Effekt von 1,75 Dollar. Insgesamt erreichte der Gewinn je Aktie 4,17 Dollar nach 2,91 Dollar im Vorjahr.
Aktienrückkäufe werden auf mindestens 500 Millionen Dollar erhöht
Abercrombie & Fitch nutzt seine Finanzkraft zugleich für umfangreiche Aktienrückkäufe. Allein im zweiten Quartal kaufte der Konzern zwei Millionen eigene Aktien für rund 177 Millionen Dollar (rund 152 Millionen Euro) zurück. Seit Jahresbeginn waren es 3,2 Millionen Aktien für 282 Millionen Dollar (rund 243 Millionen Euro). Das entspricht sieben Prozent der zu Jahresbeginn ausstehenden Aktien.
Zum Quartalsende verfügte der Konzern über liquide Mittel von rund 628 Millionen Dollar (rund 541 Millionen Euro). Einschließlich verfügbarer Kreditlinien bezifferte das Unternehmen seine Liquidität auf etwa 1,1 Milliarden Dollar (rund 948 Millionen Euro).
Abercrombie erhöht Umsatz- und Ergebnisprognose
Nach dem starken ersten Halbjahr rechnet Abercrombie & Fitch für das Gesamtjahr nun mit einem Umsatzwachstum von rund fünf Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei drei bis fünf Prozent gelegen. Die erwartete operative Marge steigt von bislang 12,0 bis 12,5 Prozent auf 14,5 bis 15,0 Prozent, wobei die Zollerstattungen auch die Jahreswerte positiv beeinflussen.
Beim verwässerten Gewinn je Aktie erwartet das Unternehmen nun 13,10 bis 13,60 Dollar statt bislang 10,20 bis 11,00 Dollar. Gleichzeitig sollen mindestens 500 Millionen Dollar (rund 431 Millionen Euro) in Aktienrückkäufe fließen, nachdem zuvor rund 450 Millionen Dollar vorgesehen waren. Für das dritte Quartal prognostiziert der Modekonzern ein Umsatzplus von fünf bis sechs Prozent.





