Die Arbeitskosten in der Eurozone sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent gestiegen. In der gesamten Europäischen Union lag das Plus bei 3,2 Prozent, wie Eurostat mitteilt.
Dabei entwickelten sich Löhne und Gehälter sowie die Lohnnebenkosten ähnlich. In der Eurozone erhöhten sich die stündlichen Lohn- und Gehaltskosten um 3,0 Prozent, während die nicht lohnbezogenen Kosten um 3,2 Prozent zulegten.
Bauwirtschaft mit stärkstem Kostenanstieg
Innerhalb der Eurozone stiegen die Arbeitskosten in der überwiegend nicht unternehmerischen Wirtschaft um 3,1 Prozent und in der gewerblichen Wirtschaft um 3,0 Prozent. Besonders kräftig fiel der Anstieg im Baugewerbe mit 3,9 Prozent aus.
In der Industrie erhöhten sich die Arbeitskosten um 2,9 Prozent, im Dienstleistungssektor um 3,0 Prozent. In der gesamten EU zeigte sich ein ähnliches Bild: Auch dort lag das Baugewerbe mit einem Plus von 3,9 Prozent an der Spitze.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Immobilienbranche verzeichnet deutliches Lohnplus
Auf Ebene einzelner Wirtschaftszweige stiegen die stündlichen Lohnkosten in der EU besonders stark in der Immobilienwirtschaft. Dort lag das Plus im Jahresvergleich bei 5,7 Prozent.
Es folgten sonstige Dienstleistungen mit 5,1 Prozent sowie administrative und unterstützende Dienstleistungen mit 4,8 Prozent. Deutlich schwächer fiel die Entwicklung im Bergbau mit 1,5 Prozent und im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung mit 1,7 Prozent aus.
Ein Wirtschaftsbereich meldet sinkende Lohnkosten
Eine Ausnahme bildeten freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. In diesem Bereich sanken die stündlichen Lohnkosten im Jahresvergleich um 0,4 Prozent.
Bei den Lohnnebenkosten lagen sonstige Dienstleistungen mit einem Plus von 5,7 Prozent an der Spitze. Es folgten die Immobilienwirtschaft mit 4,9 Prozent sowie administrative und unterstützende Dienstleistungen mit 4,8 Prozent.
Bulgarien und Litauen mit stärksten Zuwächsen
Zwischen den EU-Mitgliedstaaten zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die höchsten Anstiege der stündlichen Lohnkosten wurden in Bulgarien mit 9,9 Prozent, Litauen mit 9,6 Prozent und Kroatien mit 8,9 Prozent gemessen.
Die geringsten Zuwächse verzeichneten Luxemburg und Rumänien mit jeweils 1,8 Prozent. Frankreich und Italien folgten mit einem Anstieg von jeweils 2,1 Prozent.





