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Nachfrage nach Arbeitskräften bricht ein – vor allem bei kleinen Betrieben

Job Frust Arbeitslosigkeit
Symbolbild - Foto: Andrea Piacquadio / Pexels

Key takeaways

Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist im dritten Quartal 2025 um 19 Prozent gesunken. Laut IAB sind konjunkturelle Schwäche, strukturelle Veränderungen und Transformationstreiber wie Digitalisierung und Dekarbonisierung zentrale Gründe für die sinkende Arbeitskräftenachfrage.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland ist im dritten Quartal 2025 erneut gesunken. Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot fiel laut aktueller IAB-Stellenerhebung auf 1,03 Millionen und damit um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem Spitzenwert von Ende 2022 hat sich das Angebot fast halbiert. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe, die unter der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit und strukturellen Veränderungen besonders leiden.

Rückgang betrifft nahezu alle Wirtschaftsbereiche

Die stärksten absoluten Rückgänge verzeichneten die unternehmensnahen Dienstleistungen mit einem Minus von 84.000 Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal, gefolgt von den sonstigen Dienstleistungen (–67.000). Auch im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im Bereich Information und Kommunikation sank die Zahl der offenen Stellen deutlich. Einzig die Land- und Forstwirtschaft konnte einen leichten Zuwachs von rund 1.000 Stellen verbuchen. In Relation zur Größe der jeweiligen Branche sind die prozentualen Einbrüche teilweise erheblich.

Der Rückgang zeigt sich in allen drei Betriebsgrößenklassen, fällt jedoch in kleineren Betrieben mit weniger als 50 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten am stärksten aus: Hier sank der Bestand offener Stellen um rund 161.000, was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Mittelgroße Betriebe verloren 52.000 Stellen (–17 %), große Betriebe 33.000 (–12 %).

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Konjunktur, Strukturwandel und Transformation belasten den Arbeitsmarkt

Die schwache konjunkturelle Lage ist laut IAB nur ein Teil des Problems. Strukturelle Faktoren wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel wirken zunehmend auf den Arbeitsmarkt. Die rückläufige Produktivität und Exportnachfrage verschärfen die Situation. Das IAB spricht von einer möglichen „Transformationskrise“, die durch Rezession und stagnierendes Wachstum verstärkt wird. Während fiskalpolitische Maßnahmen das Bruttoinlandsprodukt 2026 wieder ankurbeln könnten, bleibt der Nutzen für den Arbeitsmarkt ungewiss.

Ein Frühindikator wie das IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigt zwar erste Signale einer Stabilisierung, von einem Beschäftigungsaufbau kann jedoch noch nicht die Rede sein. Die Zahl der Arbeitslosen pro offener Stelle ist im Jahresvergleich deutlich gestiegen und liegt aktuell bei 2,9 – mehr als doppelt so hoch wie Ende 2022. Damit hat sich auch die sogenannte Arbeitsmarktanspannung merklich verringert.

Vakanzrate fällt auf Tiefststand seit der Pandemie

Ein weiteres Indiz für den nachlassenden Bedarf an neuen Arbeitskräften ist die Vakanzrate, also der Anteil der sofort zu besetzenden Stellen. Diese lag im dritten Quartal 2025 bei 2,3 Prozent – der niedrigste Wert seit der zweiten Corona-Lockdown-Phase. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2022 lag die Rate noch bei 4,5 Prozent.

Damit bestätigt sich ein Trend: Die gesunkene Nachfrage nach Arbeitskräften und die gleichzeitige Zunahme der Arbeitslosigkeit führen zu einem spürbar weniger angespannten Arbeitsmarkt. Unternehmen suchen seltener und haben es derzeit leichter, geeignete Bewerber zu finden – zumindest im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des absehbaren Fachkräftemangels durch den Renteneintritt der Babyboomer dürfte der Druck auf den Arbeitsmarkt jedoch mittelfristig wieder zunehmen. Aktuell jedoch dominiert eine konjunkturbedingt rückläufige Nachfrage – mit besonders starken Einbrüchen bei kleinen Betrieben.

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