Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat zum Jahresbeginn 2026 spürbar unter der saisonalen Winterpause gelitten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Januar laut Daten der Bundesagentur für Arbeit um 177.000 auf 3,085 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind die Arbeitslosenzahlen um 92.000 höher. Derartige saisonale Ausschläge sind zu Jahresbeginn nicht ungewöhnlich – bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse blieb die Arbeitslosigkeit stabil.
Integration ausländischer Arbeitskräfte gewinnt an Bedeutung
Die Unterbeschäftigung, ein umfassenderes Maß inklusive arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit, stieg im Januar um 128.000 Personen. Saisonbereinigt ergab sich jedoch ein leichter Rückgang um 4.000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 8.000 gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verringerte sich im November 2025 um 22.000 auf 35,21 Millionen. Einen wichtigen Stabilisierungsfaktor stellen ausländische Beschäftigte dar: Ihre Zahl erreichte mit sechs Millionen einen neuen Höchststand, was einem Zuwachs von 257.000 im Jahresvergleich entspricht. Die gesamte Zunahme entfällt auf Drittstaatenangehörige – darunter Geflüchtete aus den wichtigsten Asylherkunftsländern und der Ukraine, deren Beschäftigungszahlen deutlich angestiegen sind.
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Wirtschaftliche Stagnation trotz Investitionen
Trotz leichter konjunktureller Erholung zum Jahresende zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin träge. Die Bundesregierung setzt auf Impulse: Mit einem Investitionspaket von 500 Milliarden Euro, Bürokratieabbau und verstärkter Förderung von Weiterbildung soll der Strukturwandel bewältigt werden. Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, sprach von „nur wenig Dynamik“ im Markt. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt zurückhaltend: Der BA-Stellenindex BA-X sank auf 100 Punkte, fünf Punkte weniger als vor einem Jahr. Die Zahl gemeldeter Stellen betrug 598.000 – ein Rückgang von 34.000.
Kurzarbeit, Ausbildungsmarkt und Erwerbstätigkeit
Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit stabilisiert sich auf moderatem Niveau. Im Januar wurde für 28.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im November 2025 erhielten laut vorläufigen Hochrechnungen 204.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld – ein leichter Anstieg zum Oktober, aber 61.000 weniger als im Vorjahresmonat. Auch bei der Erwerbstätigkeit ist ein Rückgang zu verzeichnen: Im Dezember 2025 waren 46,04 Millionen Personen beschäftigt – 74.000 weniger als im Vorjahr. Die geringfügige Beschäftigung fiel auf 7,63 Millionen Menschen.
Der Ausbildungsmarkt bleibt angespannt. 84.000 junge Menschen suchten zu Jahresbeginn eine Ausbildungsstelle – 12.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl betrieblicher Ausbildungsplätze auf 64.000. 41.000 Bewerber waren noch unversorgt. Angesichts des demografischen Wandels ruft die Bundesregierung die Betriebe auf, auch in Krisenzeiten in Ausbildung zu investieren.


