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Arbeitsmarkt: 2,2 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten befristet

Zwei Menschen bei einer Vertragsunterzeichnung
Foto: Andrea Piacquadio / Pexels

Key takeaways

Rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland waren 2025 befristet beschäftigt. Die Quote sank binnen zehn Jahren von 7,0 auf 6,0 Prozent. Besonders betroffen sind junge Arbeitnehmer: Bei den 15- bis 25-Jährigen liegt der Anteil laut Statistischem Bundesamt bei 18,3 Prozent.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland hatten 2025 laut Daten des Statistischen Bundesamts einen befristeten Arbeitsvertrag. Das entsprach 6,0 Prozent der Kernerwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren, die sich nicht in Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst befinden. Zehn Jahre zuvor hatte die Quote noch bei 7,0 Prozent gelegen, wie Erstergebnisse des Mikrozensus zeigen.

Atypische Beschäftigung nimmt langfristig ab

Zwischen den Geschlechtern gibt es bei Befristungen nur geringe Unterschiede. 6,2 Prozent der Frauen und 5,7 Prozent der Männer arbeiteten 2025 mit einem zeitlich begrenzten Vertrag.

Auch atypische Beschäftigung insgesamt verliert an Bedeutung. Dazu zählen neben Befristungen geringfügige Beschäftigung, Teilzeit mit höchstens 20 Wochenstunden sowie Leih- und Zeitarbeit. 2025 waren rund 6,4 Millionen Menschen beziehungsweise 17,2 Prozent der Kernerwerbstätigen atypisch beschäftigt. 2015 waren es noch 20,8 Prozent.

Der Anteil kurzer Teilzeit sank innerhalb dieses Zeitraums von 13,4 auf 10,9 Prozent, geringfügige Beschäftigung von 6,5 auf 4,1 Prozent. Lediglich die Zeitarbeit legte leicht von 1,8 auf 2,0 Prozent zu.

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Junge Beschäftigte besonders häufig befristet

Am stärksten verbreitet sind befristete Verträge bei jungen Arbeitnehmern. Unter den 15- bis 25-Jährigen lag die Quote 2025 bei 18,3 Prozent, bei den 25- bis 35-Jährigen bei 10,2 Prozent.

Mit zunehmendem Alter fällt der Anteil deutlich. Von den 35- bis 45-Jährigen arbeiteten 5,6 Prozent befristet, bei den 45- bis 55-Jährigen waren es 3,8 Prozent und bei den 55- bis 65-Jährigen 2,8 Prozent. Ein Grund dürfte laut Destatis sein, dass der Berufseinstieg häufiger über befristete Stellen erfolgt.

Bildungssektor weist hohe Befristungsquote auf

Auch die Qualifikation beeinflusst die Befristungsquote. Unter Beschäftigten ohne Berufsabschluss waren 11,6 Prozent befristet tätig. Bei Menschen mit Studium, Meistertitel oder vergleichbarer höherer Qualifikation waren es 6,4 Prozent. Mit 4,0 Prozent fiel der Anteil bei Beschäftigten mit mittlerer Berufsqualifikation am niedrigsten aus.

Große Unterschiede zeigen sich zudem zwischen den Branchen. Im Bildungssektor waren 11,2 Prozent befristet beschäftigt, im Gastgewerbe 8,8 Prozent. Im Baugewerbe sowie im Finanz- und Immobilienwesen lag die Quote dagegen jeweils bei lediglich 2,5 Prozent.

Nur 2,7 Prozent entscheiden sich bewusst für Befristung

Eine Befristung entspricht nur selten ausdrücklich dem Wunsch der Beschäftigten. Von den befristet Beschäftigten ab 25 Jahren gaben lediglich 2,7 Prozent an, sich bewusst für diese Vertragsform entschieden zu haben.

Bei 31,4 Prozent war die Stelle ausschließlich befristet ausgeschrieben. 12,9 Prozent nannten einen Probevertrag als Grund, 8,2 Prozent hatten keine unbefristete Stelle gefunden. Weitere 16,9 Prozent befanden sich in Ausbildung, die in der zugrunde liegenden Arbeitskräfteerhebung berücksichtigt wird.

Mehrheit der Befristungen läuft weniger als ein Jahr

Mehr als die Hälfte der zeitlich begrenzten Arbeitsverträge ist vergleichsweise kurz. 52,4 Prozent der befristet Beschäftigten ab 25 Jahren hatten einen Vertrag mit weniger als einem Jahr Laufzeit. Bei 21,3 Prozent waren es ein bis unter zwei Jahre und bei 14,7 Prozent zwei bis unter drei Jahre. Lediglich 11,6 Prozent verfügten über eine Befristung von mehr als drei Jahren.

Damit zeigt sich ein langfristiger Rückgang atypischer Beschäftigungsformen. Befristete Verträge bleiben jedoch vor allem beim Berufseinstieg und in einzelnen Branchen überdurchschnittlich verbreitet.

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