Bio-Produkte sind aus dem deutschen Lebensmittelhandel nicht mehr wegzudenken. Neue Daten des YouGov Shopper Panels belegen ein stabiles Wachstum: Bis November 2025 stieg der Umsatz mit Bioprodukten um 7,7 Prozent. Auch die Einkaufsfrequenz nahm zu – im Schnitt kauft ein deutscher Haushalt fast 60-mal im Jahr ein Bio-Lebensmittel oder -Getränk.
Discounter dominieren – Fachhandel erholt sich
Der Bio-Absatz verteilt sich über verschiedene Vertriebskanäle, wobei Discounter den größten Umsatzanteil halten. Drogeriemärkte und Vollsortimenter im LEH verzeichnen jedoch die höchsten Wachstumsraten. Auch der Bio-Fachhandel zeigt nach längerer Stagnation wieder positive Entwicklungen. Auf Markenebene wachsen weiterhin vor allem Handelsmarken, doch 2025 konnten auch klassische Bio-Markenprodukte erstmals wieder zulegen – wenn auch in geringerem Maße.
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Bio ist nicht gleich Bio: Milieus im Vergleich
Durch die Verknüpfung der Sinus-Milieus mit den Shopper-Daten lassen sich differenzierte Käuferprofile erkennen. Das postmaterielle Milieu gilt als wichtigste Zielgruppe: bewusst konsumierende Bildungsbürger mit werteorientierten Motiven wie Nachhaltigkeit und Gesundheit. Diese Gruppe bevorzugt den Fachhandel und Drogerien.
Performer hingegen legen Wert auf Qualität und Wirkung. Für sie ist Bio ein Premiumprodukt, das Status und Leistungsfähigkeit symbolisiert. Die experimentierfreudigen Expeditive bevorzugen Innovationen, internationale Trends und Konzepte wie regenerative Landwirtschaft. Für sie zählen Storytelling und Individualität.
Auch traditionell geprägte Haushalte greifen häufig zu Bioprodukten, allerdings preisbewusst und mit Fokus auf Regionalität und Vertrauen. Ihre Motivation liegt im Wunsch nach gesunder, unbelasteter Ernährung.
Segmentierung als Schlüssel zum Erfolg
Die Analyse zeigt: Bio-Käufer sind keine homogene Gruppe. Je nach Lebenswelt erfüllt Bio unterschiedliche Rollen – von Ausdruck persönlicher Werte über Lifestyle-Elemente bis hin zur funktionalen Gesundheitslösung. Erfolgreiche Bio-Anbieter verstehen diese Unterschiede und richten ihr Angebot, ihre Kommunikation und ihre Preisstrategie differenziert danach aus.


