Im zweiten Quartal 2025 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum laut Schätzung von Eurostat gegenüber dem Vorquartal um 0,1 % gestiegen, in der EU um 0,2 %. Damit setzte sich das moderate Wirtschaftswachstum fort, nachdem im ersten Quartal 2025 noch Zuwächse von 0,6 % bzw. 0,5 % registriert worden waren.
Im Jahresvergleich stieg das saisonbereinigte BIP im Euroraum um 1,5 % und in der EU um 1,6 %, leicht unter den Werten des Vorquartals. Auffällig ist der Kontrast zu den USA, wo das BIP im gleichen Zeitraum um 0,8 % gegenüber dem Vorquartal wuchs und auf Jahressicht ein Plus von 2,1 % verzeichnete.
Unterschiedliche Entwicklungen innerhalb der EU
Innerhalb der Mitgliedstaaten zeigt sich ein gemischtes Bild. Dänemark lag mit einem Wachstum von 1,3 % an der Spitze, gefolgt von Kroatien und Rumänien mit jeweils 1,2 %. Rückgänge meldeten hingegen Finnland (-0,4 %), Deutschland (-0,3 %) und Italien (-0,1 %).
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Investitionen bremsen Wachstum
Aufgeschlüsselt nach Komponenten zeigten sich beim BIP deutliche Unterschiede. Während die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum um 0,1 % und in der EU um 0,3 % zulegten, stiegen die staatlichen Konsumausgaben noch deutlicher (+0,5 % bzw. +0,7 %).
Die Bruttoanlageinvestitionen hingegen sanken deutlich: -1,8 % im Euroraum und -1,7 % in der EU. Auch der Außenhandel entwickelte sich schwach. Exporte gingen zurück (−0,5 % bzw. −0,2 %), während die Importe stagnierten bzw. leicht anstiegen.
Der Wachstumsbeitrag der privaten und staatlichen Konsumausgaben betrug jeweils +0,1 Prozentpunkte. Dagegen belasteten die Bruttoanlageinvestitionen das Wachstum mit −0,4 Prozentpunkten. Positive Impulse kamen aus Lagerveränderungen (+0,5 Pp.), während der Außenbeitrag mit −0,2 Pp. negativ ausfiel.
Erwerbstätigkeit steigt leicht
Parallel zur Wirtschaft entwickelte sich auch die Beschäftigung moderat. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm im Euroraum und in der EU jeweils um 0,1 % zu. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die Zuwächse bei 0,6 % im Euroraum und 0,4 % in der EU.
Auch die geleisteten Arbeitsstunden stiegen im Quartalsvergleich um 0,1 %, lagen im Jahresvergleich aber im Minus (−0,2 % im Euroraum, −0,4 % in der EU).
Beschäftigungsplus in Spanien und Bulgarien
Auf Länderebene verzeichneten Bulgarien (+1,1 %), Spanien und Malta (jeweils +0,7 %) die größten Zuwächse bei der Erwerbstätigkeit. Rückgänge gab es in Litauen (−0,9 %), Griechenland und Kroatien (jeweils −0,5 %).
Produktivität legt zu
Die Kombination aus leichtem BIP-Wachstum und begrenztem Beschäftigungszuwachs führte zu einem Anstieg der Arbeitsproduktivität. Im Euroraum stieg sie gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,8 % je Erwerbstätigen und um 1,1 % je Arbeitsstunde. In der EU lagen die Zuwächse bei 1,2 % bzw. 1,5 %.


