Künstliche Intelligenz ist für viele Menschen in Deutschland längst Teil des Alltags geworden. Dennoch bleibt die gesellschaftliche Haltung gegenüber der Technologie widersprüchlich. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren.
Demnach nutzen inzwischen 58 Prozent der Bevölkerung KI-Anwendungen. Gleichzeitig würden 42 Prozent der Befragten lieber in einer Welt ohne künstliche Intelligenz leben. Selbst unter den aktiven Nutzerinnen und Nutzern äußert fast ein Drittel diesen Wunsch.
KI wird für viele zur täglichen Unterstützung
Wer künstliche Intelligenz verwendet, bewertet die Technologie überwiegend positiv. Drei Viertel der Nutzerinnen und Nutzer geben an, dass KI ihnen Spaß macht. Ebenso viele sagen, KI erleichtere ihren Alltag.
Für 41 Prozent ist künstliche Intelligenz inzwischen sogar die erste Anlaufstelle bei vielen Fragen. Mehr als die Hälfte der Befragten ist zudem überzeugt, durch KI neue Dinge schneller zu lernen oder insgesamt „schlauer“ zu werden.
Damit entwickelt sich KI zunehmend von einem Spezialwerkzeug zu einer alltäglichen Informations- und Assistenztechnologie.
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Viele Menschen fühlen sich abgehängt
Trotz der hohen Nutzung bleibt die Verunsicherung groß. Rund ein Viertel der aktiven KI-Nutzer fühlt sich nach eigenen Angaben von der technologischen Entwicklung überfordert oder abgehängt.
Noch deutlich stärker ausgeprägt ist dieses Gefühl bei Menschen, die bislang keine KI-Anwendungen verwenden. In dieser Gruppe fühlen sich mehr als die Hälfte überfordert oder gesellschaftlich zurückgelassen.
Über die gesamte Bevölkerung hinweg sagen rund 40 Prozent, sie fühlten sich durch KI abgehängt. Ähnlich viele empfinden die rasante technologische Entwicklung als belastend oder schwer nachvollziehbar.
Bitkom fordert breitere KI-Bildung
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht in der wachsenden Unsicherheit eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. KI verändere Arbeitswelt und Alltag in hoher Geschwindigkeit und habe enormes disruptives Potenzial.
Um einen digitalen Graben zwischen Nutzenden und Nicht-Nutzenden zu verhindern, fordert der Verband einen breiteren Zugang zu KI-Kompetenzen. Bildungsangebote müssten sich an alle Altersgruppen richten – von Schulen über Berufsausbildung bis hin zu Angeboten für ältere Menschen.
Nach Einschätzung des Verbands ist Wissen der wichtigste Faktor, um Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit KI abzubauen.
Gesellschaftlicher Umgang mit KI bleibt ambivalent
Die Ergebnisse zeigen, dass künstliche Intelligenz in Deutschland zunehmend akzeptiert und genutzt wird, gleichzeitig aber erhebliche Vorbehalte bestehen bleiben. Viele Menschen sehen praktische Vorteile im Alltag, verbinden die Technologie jedoch weiterhin mit Kontrollverlust, Überforderung oder gesellschaftlichen Risiken.
Damit dürfte die Debatte über Regulierung, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe rund um KI weiter an Bedeutung gewinnen – insbesondere mit Blick auf die zunehmende Verbreitung generativer KI-Systeme im Alltag und Berufsleben.




