DAX-Konzerne haben im zweiten Quartal 2025 Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichnet. Der Gesamtumsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf rund 418 Milliarden Euro. Besonders stark betroffen war die Automobilbranche mit einem Minus von 5,8 Prozent. Insgesamt erwirtschafteten 20 der 40 Unternehmen laut EY-Analyse mehr Umsatz als im Vorjahresquartal, während 17 Rückgänge meldeten. Auch der Gewinn verringerte sich um 3,3 Prozent auf 46,9 Milliarden Euro.
Regionale Unterschiede in der Umsatzentwicklung
Vor allem der schwächelnde Absatz in den USA und Asien belastete die Unternehmen. In Nordamerika drehte ein Plus von vier Prozent im Vorquartal in ein Minus von sechs Prozent. In Asien sank der Umsatz sogar um sieben Prozent. Lediglich in Europa konnten die DAX-Konzerne ein leichtes Umsatzwachstum von einem Prozent verbuchen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Stellenabbau setzt sich fort
Parallel zum Geschäftsrückgang ist auch die Zahl der Beschäftigten leicht gesunken – um 0,9 Prozent bzw. rund 30.000 Stellen auf 3,49 Millionen. Laut EY-Analyse haben 20 von 34 berichtenden Unternehmen zwar neue Stellen geschaffen, aber große Industrieunternehmen setzen verstärkt auf Kostensenkung, schlankere Strukturen und Automatisierung durch KI.
Autoindustrie unter Druck
Die Automobilbranche meldete nicht nur einen Umsatzrückgang von sechs Prozent, sondern auch einen Gewinneinbruch von 43 Prozent. Hauptgründe sind Absatzprobleme in China und den USA sowie strukturelle Herausforderungen im Bereich Elektromobilität. Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Porsche mussten Umsatzeinbußen von bis zu elf Prozent verkraften.
Deutsche Telekom bleibt Spitzenreiter beim Gewinn
Die Deutsche Telekom bleibt mit einem operativen Gewinn von 6,6 Milliarden Euro das profitabelste DAX-Unternehmen, vor der Allianz mit 4,4 Milliarden Euro. Positiv fielen auch Siemens Energy (plus 1553 Prozent) und die Deutsche Bank (plus 489 Prozent) auf. Dagegen erlebten Bayer (minus 98 Prozent), Porsche AG (minus 86 Prozent) und Mercedes-Benz (minus 69 Prozent) massive Rückgänge.
Zölle in den USA verschärfen Lage
Die Einführung von 15-Prozent-Zöllen in den USA wird voraussichtlich zu weiteren Umsatzrückgängen in Milliardenhöhe führen. Industrieunternehmen mit Produktion in den USA sind weniger betroffen als Exporteure aus Deutschland. Die Folge könnte eine verstärkte Verlagerung von Investitionen in die USA sein – zum Nachteil des Standorts Deutschland.



