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Indeed-Umfrage: KI statt Chef – Angestellte setzen auf digitale Beratung

AI-Taste auf einem PC-Keyboard
Foto: Bolivia Inteligente / Unsplash

Key takeaways

Eine Indeed-Umfrage zeigt: Jeder Vierte in Deutschland fragt bei Problemen zuerst eine KI – nicht den Vorgesetzten. Besonders bei Ideen, Strukturierung und heiklen Fragen schneiden KI-Systeme besser ab. Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, Vertrauen und Austausch neu zu definieren.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Immer mehr Berufstätige in Deutschland ziehen es vor, sich bei Fragen oder Unsicherheiten nicht an ihre Vorgesetzten, sondern an Künstliche Intelligenz (KI) zu wenden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die das Jobportal Indeed in Auftrag gegeben hat. Fast 90 Prozent der Befragten halten KI in bestimmten Bereichen inzwischen für kompetenter als ihre Führungskraft – ein bemerkenswertes Signal für die Rolle von Führung in Zeiten digitaler Assistenzsysteme.

Vorgesetzte verlieren an Erstansprache

Laut der Umfrage wenden sich 26,6 Prozent der Angestellten bei Problemen zuerst an eine KI – mehr als an die eigene Führungskraft, die mit nur 16,2 Prozent auf Platz drei rangiert. An erster Stelle stehen weiterhin Kolleginnen und Kollegen mit 33,2 Prozent. Doch auch im täglichen Austausch zeigt sich ein deutliches Bild: 20,2 Prozent der Befragten interagieren täglich mit KI, während nur 12,2 Prozent täglich Rücksprache mit der Führungskraft halten.

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KI punktet bei Wissen, Struktur und Ideen

Viele Arbeitnehmer nutzen KI nicht nur für schnelle Antworten, sondern auch bei komplexeren Aufgaben. 43,4 Prozent schätzen die Fähigkeit von KI bei der Ideenentwicklung, 43,2 Prozent vertrauen ihrem Fachwissen mehr als dem ihrer Chefs. Auch bei der Strukturierung von Aufgaben (42,2 Prozent) und Feedbacksituationen (32,6 Prozent) schneidet KI besser ab. Nur eine Minderheit von 11,4 Prozent sieht keine Kompetenzunterschiede zwischen KI und Vorgesetzten.

Emotionale Schwelle niedriger bei KI

Besonders auffällig: Der emotionale Zugang zur KI scheint deutlich einfacher zu sein. Über die Hälfte (58,2 Prozent) fühlt sich im Gespräch mit KI freier, auch vermeintlich einfache oder heikle Fragen zu stellen. Frauen geben dies mit 64,8 Prozent häufiger an als Männer (51,6 Prozent). Das zeigt: KI wird nicht nur als fachlicher Ratgeber wahrgenommen, sondern auch als urteilsfreier Gesprächspartner.

Vertrauen bleibt bei sensiblen Themen wichtig

Zwar ziehen viele die KI bei alltäglichen Herausforderungen vor, doch bei Unsicherheiten vertrauen 32,8 Prozent weiterhin ihrem Vorgesetzten mehr – gegenüber 26 Prozent, die der KI den Vorzug geben. Ein Drittel macht keinen Unterschied und verlässt sich auf beide Quellen gleichermaßen.

Führung neu denken

Die Studie deutet auf einen grundlegenden Wandel hin: 79,6 Prozent der Befragten glauben, dass KI-Tools künftig Führungskräfte teilweise entlasten oder sogar ersetzen könnten. Für viele hat das positive Auswirkungen – 50,8 Prozent fühlen sich mit KI sicherer, 18 Prozent schätzen die größere Unabhängigkeit.

Laut Dr. Stefanie Bickert, Jobexpertin bei Indeed, zeigt die Entwicklung jedoch auch Schwächen klassischer Führung auf: „KI ist stets verfügbar, urteilt nicht und bietet Orientierung – doch sie kann menschliche Führung nicht vollständig ersetzen.“ Es brauche Führungskräfte, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Vertrauen schaffen, Diskussionen zulassen und Weiterentwicklung ermöglichen. Gleichzeitig seien auch Beschäftigte gefordert, nicht aus Bequemlichkeit auf kritische Dialoge zu verzichten.

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