Deutschland steht vor einem deutlichen demografischen Wandel: Statt weiter zu wachsen, wird die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen. Das zeigt eine aktuelle Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Bevölkerung geht bis 2045 zurück
Laut IW wird die Bevölkerung in Deutschland bis 2045 um fast drei Prozent auf rund 81 Millionen Menschen sinken. Je nach Entwicklung der Zuwanderung könnte sie sogar auf knapp 77 Millionen zurückgehen, während im optimistischsten Szenario etwa 85 Millionen erreicht werden.
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Weniger Erwerbstätige, mehr Ältere
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel in der Altersstruktur: Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 67 Jahren wird bis 2045 um rund 8,3 Prozent auf etwa 50 Millionen sinken. Gleichzeitig wächst die Zahl der über 67-Jährigen von derzeit 17 auf 20,4 Millionen.
Zuwanderung als entscheidender Faktor
Seit Jahren sterben in Deutschland mehr Menschen, als geboren werden. Im Jahr 2025 lag das Defizit bei 350.000 Personen. Dass die Bevölkerung bislang dennoch stabil blieb, lag vor allem an der Zuwanderung.
Doch diese hat zuletzt an Dynamik verloren: 2025 lag der Wanderungssaldo nur noch bei 250.000 Personen, wodurch die Gesamtbevölkerung erstmals wieder sank.
Folgen für Wirtschaft und Sozialsysteme
Die Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen. Eine kleinere Erwerbsbevölkerung reduziert das wirtschaftliche Wachstumspotenzial, während gleichzeitig die Zahl der Rentner steigt.
Experten warnen, dass Arbeitsmarkt und Sozialversicherungssysteme schneller und stärker unter Druck geraten könnten als bislang erwartet. Insbesondere die Finanzierung der Renten wird zur Herausforderung.
Politik unter Handlungsdruck
Als zentrale Stellschraube gilt die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte. Gefordert werden unter anderem schnellere Visaverfahren und eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, um den Rückgang der Erwerbsbevölkerung abzufedern.
Die Prognose macht deutlich: Ohne gezielte politische Maßnahmen drohen wirtschaftliche Einbußen und steigende Belastungen für die sozialen Sicherungssysteme.


