Chinesische Unternehmen halten trotz geopolitischer Spannungen und wachsender regulatorischer Hürden an Deutschland als wichtigstem Investitionsstandort in Europa fest. Das geht aus dem „German Chinese Business Confidence Survey 2025“ hervor, den die Chinesische Handelskammer in Deutschland (CHKD) gemeinsam mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt hat.
Deutschland im Fokus chinesischer Investoren
Die Umfrage zeigt: 21 % der befragten Unternehmen planen neue Investitionen in Deutschland, gefolgt von Ungarn (18 %) und Polen (12 %). Für 55 % ist die Nähe zu Kunden und Geschäftspartnern entscheidend, 51 % nutzen Deutschland als zentrale Schaltstelle für ihr Europageschäft. Auch die Reputation des Standorts spielt eine Rolle: 44 % wollen ihre lokale Markenwahrnehmung stärken.
Die Geschäftserwartungen chinesischer Unternehmen in Deutschland sind positiv: 43 % rechnen mit steigenden Umsätzen, 41 % wollen zusätzliches Personal einstellen. Nur 18 % planen einen Stellenabbau. Auch das Investitionsklima wird stabil eingeschätzt – 60 % wollen ihre bisherigen Investitionen beibehalten, 30 % diese sogar erhöhen. Allerdings rechnen 29 % mit einer Verschlechterung des Umfelds in den nächsten fünf Jahren.
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Strategische Zusammenarbeit und Transformationschancen
China setzt weiterhin auf strategische Kooperationen mit deutschen Partnern. Digitalisierung (51 %), Energietechnologien inkl. Batterien (48 %) und E-Mobilität (35 %) gelten als zentrale Felder für künftige Zusammenarbeit. Auch das deutsche 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket weckt Interesse: 40 % sehen Geschäftschancen, 15 % planen Kooperationen, etwa mit deutschen Unternehmen bei Ausschreibungen.
Dennoch bremsen strukturelle Hürden das Engagement: 73 % nennen hohe Arbeitskosten und rigide Arbeitsgesetze als Investitionshemmnisse. 53 % kritisieren die regulatorische Komplexität, 46 % fühlen sich bei Fördermitteln benachteiligt. Nur 5 % empfinden eine Gleichbehandlung mit EU-Wettbewerbern.
Verbände wie die CHKD fordern deshalb fairere Rahmenbedingungen und schnellere Verfahren. Chinesische Unternehmen seien bereit zu investieren – wenn Politik und Verwaltung die nötigen Voraussetzungen schaffen. Die Umfrage zeigt, dass Deutschland im Wettbewerb um chinesische Investitionen weiterhin gut positioniert ist, aber Reformdruck besteht.


