Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung nutzen inzwischen soziale Medien. Das geht aus dem neuen Digital 2026 Global Overview Report hervor, der in Kooperation von We Are Social, Meltwater und Kepios veröffentlicht wurde. Mit 700 Seiten ist er die bisher umfangreichste Ausgabe der jährlichen Digitalbericht-Serie. Neben Nutzerzahlen zeigt der Report auch Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz, digitale Werbung und neue Mediengewohnheiten auf.
Internetnutzung wächst auf 6 Milliarden Menschen
Die Zahl der weltweiten Internetnutzer ist im Oktober 2025 auf 6,04 Milliarden gestiegen. Das entspricht einer Penetrationsrate von 73,2 Prozent. Besonders stark wuchs der Anteil in Indien, wo inzwischen 70 Prozent der Bevölkerung online sind – mehr als eine Milliarde Menschen. Auch China verzeichnet mit 1,3 Milliarden Nutzern eine hohe Internetdurchdringung von 91,6 Prozent. Dennoch sind laut Kepios weltweit noch rund 2,2 Milliarden Menschen offline, vor allem in Südasien und Zentralafrika.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Social-Media-Nutzer: Über 5,6 Milliarden Identitäten erfasst
Soziale Netzwerke zählen inzwischen 5,66 Milliarden aktive Nutzeridentitäten. Zwar kann es hier aufgrund von Mehrfachkonten zu Verzerrungen kommen, dennoch ist klar: Zwei von drei Menschen weltweit nutzen regelmäßig soziale Plattformen. Facebook bleibt laut GWI die am häufigsten genutzte Plattform, dicht gefolgt von YouTube und Instagram. Die Nutzungsdauer ist hoch: Jüngere Zielgruppen verbringen mehr als drei Stunden täglich mit Social- oder Videoinhalten, im Durchschnitt sind es 18,5 Stunden pro Woche.
KI erreicht die Milliardenmarke – mit ChatGPT an der Spitze
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen. Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen laut Kepios monatlich generative KI-Anwendungen. Besonders ChatGPT sticht heraus: Laut OpenAI sind es 800 Millionen wöchentliche Nutzer, was hochgerechnet etwa eine Milliarde im Monat entspricht. Rechnet man die chinesischen Angebote hinzu, liegt die weltweite Nutzerschaft noch deutlich darüber. Die Erwartungen an KI sind hoch – fast jeder zweite Erwachsene sieht ihr Potenzial positiv.
Werbemarkt: 74 Prozent der Ausgaben fließen ins Digitale
Statista prognostiziert ein globales Werbevolumen von 1,16 Billionen US-Dollar (rund 1,1 Billionen Euro) für 2025 – ein Plus von 6,5 Prozent. Knapp drei Viertel (74,4 Prozent) davon entfallen auf digitale Kanäle. Suchmaschinenwerbung bleibt führend mit einem Volumen von 352 Milliarden Dollar (ca. 333 Mrd. Euro), gefolgt von Social-Media-Werbung mit 277 Milliarden Dollar (rund 262 Mrd. Euro). Besonders stark wächst der Bereich Retail Media, der mittlerweile fast ein Viertel der digitalen Ausgaben ausmacht.
Suche unter Druck – aber weiter zentral
Obwohl die Nutzung von Suchmaschinen laut GWI leicht rückläufig ist, bleibt die Suche ein zentraler Bestandteil des digitalen Alltags: 80,3 Prozent der Online-Erwachsenen nutzen sie monatlich. Besonders bei der Markenentdeckung und der Kaufvorbereitung spielt sie eine zentrale Rolle. Gleichzeitig verzeichnet Google laut Similarweb seit zwei Jahren einen leichten Rückgang bei den Nutzerzahlen und Weiterleitungen an Drittseiten – ein Hinweis auf veränderte Suchgewohnheiten und neue Konkurrenz durch KI.
Connected TV und Streaming verändern TV-Nutzung
Fast ein Drittel der Online-Erwachsenen nutzt laut GWI internetfähige Fernseher zur Mediennutzung. Die Zahl der Menschen, die Streamingdienste oder Onlinevideos sehen, ist jedoch deutlich höher. YouTube belegt in den USA laut Nielsen inzwischen Platz eins beim TV-Konsum. Auf globaler Ebene steigt auch der Anteil der Werbung auf Connected-TVs: In den USA können über 84 Prozent der YouTube-Zielgruppe über CTV-Formate erreicht werden.
Fazit: Strategie 2026 auf stabile Trends stützen
Die Autoren des Reports warnen davor, sich zu sehr auf Hype-Themen wie „agentic marketing“ oder „immersive computing“ zu fokussieren. Stattdessen empfehlen sie eine datenbasierte Ausrichtung auf bewährte Kanäle wie Suche, soziale Medien und Connected TV. Dabei bleibt es entscheidend, auf eine effektive Mischung der Kanäle zu achten, um relevante Zielgruppen wirklich zu erreichen.


