Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland spricht sich für strengere Kontrollen bei Unternehmensübernahmen durch Investoren außerhalb der EU aus. Besonders sensibel wird der Einfluss auf Schlüsseltechnologien, Dateninfrastrukturen und kritische Branchen wie Halbleiter, Cloud-Dienste oder Cybersicherheit gesehen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage wünschen sich 79 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung solche Übernahmen verhindert.
Besonders kritisch: Russland und China
Die Herkunft der Investoren spielt für die öffentliche Meinung eine zentrale Rolle. 84 Prozent fordern einen Stopp von Übernahmen durch russische Investoren, bei chinesischen Akteuren sind es 74 Prozent. Auch Golfstaaten wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate (59 Prozent) sowie Indien (42 Prozent) stoßen auf Skepsis. Dagegen sehen nur 33 Prozent in US-Investoren und 19 Prozent in japanischen Unternehmen ein Risiko, das eine politische Intervention rechtfertigen würde. Lediglich zwei Prozent der Befragten wollen Übernahmen unabhängig vom Herkunftsland komplett verhindern – ebenso wenige sprechen sich für eine völlige Offenheit aus.
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Digitale Souveränität als strategisches Ziel
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont die Notwendigkeit, bei Schlüsseltechnologien unabhängig zu bleiben. Zwar brauche Deutschland weiterhin offene Märkte und Investitionen aus dem Ausland, doch Investitionsprüfungen müssten Risiken für Sicherheit und technologische Selbstbestimmung adressieren. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen sei es entscheidend, Abhängigkeiten zu reduzieren und gezielt dort einzugreifen, wo wirtschaftliche Sicherheit und kritische Infrastrukturen gefährdet sind.


