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DIW-Prognose: Nahostkonflikt bremst deutschen Aufschwung leicht

Symbolik fuer Wirtschaft in Deutschland
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Der Iran-Krieg und neue Handelskonflikte mit den USA bremsen laut DIW die wirtschaftliche Erholung Deutschlands. Dennoch bleibt der Aufschwung intakt. Entscheidend für nachhaltiges Wachstum sind staatliche Investitionen – deren Erfolg jedoch stark von den Umsetzungskapazitäten der Kommunen abhängt.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die deutsche Wirtschaft zeigt nach mehreren schwachen Jahren wieder vorsichtige Erholungstendenzen. Doch geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheiten bremsen die Dynamik. Laut Frühjahrsprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wirken sich der militärische Konflikt im Nahen Osten und neue Handelskonflikte mit den USA zwar negativ aus, gefährden den Aufschwung jedoch nicht grundsätzlich.

Energiepreise steigen moderat

Der jüngste Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs dürfte die Inflation in Deutschland im laufenden Jahr um rund 0,4 Prozentpunkte erhöhen. Das DIW rechnet deshalb mit einer Teuerungsrate von etwa 2,4 Prozent.

Auch das Wirtschaftswachstum wird leicht gebremst. Für das Jahr 2026 erwarten die Ökonomen einen Rückgang des Wachstums um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte gegenüber einem Szenario ohne Konflikt. Insgesamt prognostiziert das Institut dennoch einen realen BIP-Zuwachs von 1,0 Prozent im Jahr 2026 und 1,4 Prozent im Jahr 2027.

Im Vergleich zur Energiekrise der Jahre 2022 und 2023 bleibt der Effekt jedoch begrenzt, da Deutschland inzwischen weniger stark von fossilen Energieimporten aus geopolitisch instabilen Regionen abhängig ist.

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Binnenwirtschaft bleibt wichtigste Stütze

Die wirtschaftliche Erholung wird vor allem von der Binnenwirtschaft getragen. Der private Konsum profitiert von einem stabilen Arbeitsmarkt und steigenden Realeinkommen.

Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte laut DIW bis 2027 auf mehr als 46 Millionen steigen. Gleichzeitig könnte die Arbeitslosenquote schrittweise auf etwa 5,8 Prozent sinken.

Schwieriger bleibt die Lage für die exportorientierte Industrie. Hohe Lohnstückkosten, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und globale Unsicherheiten belasten die Auslandsnachfrage. Entsprechend dürfte der Leistungsbilanzüberschuss von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2025 auf rund 3,0 Prozent im Jahr 2027 zurückgehen.

Staatliche Ausgaben stabilisieren Konjunktur

Eine wichtige Stütze der Konjunktur bleibt die Finanzpolitik. Der Staat erhöht sowohl seine Konsumausgaben als auch die Investitionen – zunächst vor allem im Verteidigungsbereich, später zunehmend in Infrastruktur und Klimatransformation.

Das Haushaltsdefizit dürfte allerdings steigen. Für 2026 erwartet das DIW ein Defizit von etwa 3,4 Prozent des BIP, das 2027 auf rund 3,6 Prozent anwachsen könnte.

Sondervermögen soll Investitionen anstoßen

Ein zentraler Bestandteil der wirtschaftspolitischen Strategie ist das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Insgesamt stehen rund 56 Milliarden Euro für kommunale Investitionen zur Verfügung, verteilt über einen Zeitraum von zwölf Jahren.

Modellrechnungen zeigen jedoch, dass die tatsächliche Wachstumswirkung stark davon abhängt, ob die Mittel zusätzliche Investitionen auslösen oder lediglich bereits geplante Projekte ersetzen.

Im optimistischen Szenario könnten jährlich rund 4,7 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen entstehen. In einem realistischeren Szenario, in dem ein Teil der Mittel bestehende Projekte ersetzt, liegt der zusätzliche Impuls nur bei etwa 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Kommunen als entscheidender Engpass

Ein zentrales Risiko sieht das DIW in begrenzten administrativen Kapazitäten vieler Kommunen. Zahlreiche Städte und Gemeinden verfügen nicht über ausreichend Personal oder Planungsstrukturen, um große Investitionsprogramme schnell umzusetzen.

Gerade strukturschwache Regionen haben häufig Schwierigkeiten, Fördermittel effektiv abzurufen. Ohne stärkere Planungsressourcen und eine stabilere kommunale Finanzausstattung könnten Investitionsprogramme daher hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.

Damit hängt der Erfolg der wirtschaftlichen Erholung nicht nur von der Bereitstellung staatlicher Mittel ab, sondern vor allem von deren praktischer Umsetzung auf lokaler Ebene.

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