Die deutsche Wirtschaft verliert nach einem verhalten positiven Jahresauftakt erneut an Dynamik. Auslöser ist ein deutlicher Anstieg der Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen, der die beginnende Erholung abrupt bremst. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat vor diesem Hintergrund seine Wachstumsprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert.
Wachstum deutlich schwächer als erwartet
Das DIW rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, nachdem zuvor ein deutlich höherer Wert prognostiziert worden war. Für 2027 erwarten die Ökonomen ein moderates Plus von 0,8 Prozent. Gleichzeitig dürfte die Wirtschaft im Jahresverlauf zeitweise schrumpfen und in eine technische Rezession rutschen, bevor sich die Lage gegen Jahresende stabilisiert.
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Energiepreise treiben Inflation und belasten Konsum
Der Energiepreisschock wirkt sich direkt auf die Verbraucherpreise aus und reduziert die Kaufkraft privater Haushalte. Für 2026 wird eine Inflationsrate von 2,9 Prozent erwartet, im kommenden Jahr könnte sie weiter auf 3,0 Prozent steigen. Die Folge: Der private Konsum entwickelt sich nur schleppend und bleibt ein schwacher Wachstumstreiber.
Staatliche Impulse stützen die Konjunktur
Ohne staatliche Maßnahmen würde die wirtschaftliche Entwicklung noch schwächer ausfallen. Öffentliche Investitionen, steigende Verteidigungsausgaben sowie Mittel aus Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz sorgen für eine gewisse Stabilisierung. Gleichzeitig führt diese expansive Finanzpolitik zu steigenden Haushaltsdefiziten, die in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürften.
Strukturelle Probleme verstärken die Unsicherheit
Neben den aktuellen Energiepreisschocks belasten weiterhin strukturelle Faktoren die Wirtschaft. Dazu zählen eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, hohe Produktionskosten sowie demografische Herausforderungen. Diese Faktoren begrenzen das langfristige Wachstumspotenzial und erschweren eine nachhaltige Erholung.
Auch global bleibt das Umfeld angespannt. Zwar wird für die Weltwirtschaft weiterhin ein moderates Wachstum erwartet, doch geopolitische Risiken und anhaltend hohe Energiepreise könnten die Entwicklung zusätzlich dämpfen. Für Deutschland bedeutet dies, dass kurzfristige Impulse allein nicht ausreichen werden, um die wirtschaftliche Dynamik nachhaltig zu stärken.





