Dr. Martens steht im Geschäftsjahr 2026 an einem strategischen Wendepunkt. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs im dritten Quartal verfolgt das britische Schuhunternehmen konsequent eine Neuausrichtung hin zu nachhaltigem Wachstum. Im Fokus stehen dabei weniger Rabattaktionen und eine stärkere Ausrichtung auf margenstarke Vollpreisverkäufe – vor allem im Direktkundengeschäft.
Regionale Unterschiede prägen das Quartal
Im dritten Quartal sank der Konzernumsatz um 2,7 % währungsbereinigt auf 253 Mio. Pfund (rund 296 Mio. Euro). Besonders im EMEA-Raum belastete ein zurückhaltendes Konsumklima das DTC-Geschäft, das dort um 12 % einbrach. Dagegen legte das Wholesale-Segment in der Region um 13 % zu, da Handelspartner stärker von saisonalen Aktionen profitierten als die eigenen Vertriebskanäle.
Die Region Amerika zeigte sich stabil: Dort stieg der Gesamtumsatz im dritten Quartal um 2 %, wobei sowohl der stationäre Einzelhandel als auch das Großhandelsgeschäft zulegten. Im Onlinegeschäft war das Wachstum dagegen gebremst – ein Effekt der gezielten Rücknahme von Abverkäufen.
In Asien-Pazifik ergab sich ein gemischtes Bild. Während der Großhandel um 8 % wuchs, schrumpften die DTC-Umsätze um 6 %. Besonders positiv fiel jedoch die Entwicklung in Südkorea aus. Insgesamt ging der Umsatz der Region leicht um 3 % zurück.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Strategie zahlt auf langfristige Ziele ein
CEO Ije Nwokorie betonte, dass das laufende Geschäftsjahr im Zeichen einer strategischen Neuausrichtung stehe. Die vier Kernziele – weniger Abhängigkeit von Rabattaktionen im US-Großhandel, Wachstum bei neuen Produktlinien wie Buzz, Zebzag und Lowell, internationale Expansion über Partnerstrukturen sowie eine dezentralisierte, marktnähere Organisation – seien auf Kurs.
So wurde das Vertriebsabkommen mit dem Partner Crosby in Lateinamerika um vier Länder erweitert, darunter Kolumbien und Peru. Dieses „capital-light“-Modell ermöglicht Wachstum ohne eigene Infrastrukturinvestitionen.
Prognose bestätigt – Währungseffekte im Blick
Für das Gesamtjahr rechnet Dr. Martens weiterhin mit einem weitgehend stabilen Umsatzniveau bei deutlicher Ergebnisverbesserung. Der erwartete Gewinn vor Steuern soll im Vergleich zum Vorjahr spürbar steigen. Allerdings belastet der starke Pfund: Der negative Währungseffekt auf den Umsatz wird inzwischen auf etwa 15 Mio. Pfund (rund 17,6 Mio. Euro) geschätzt, der Ergebniseffekt bleibt voraussichtlich neutral.
Dr. Martens zeigt sich zuversichtlich, dass die Maßnahmen zur Ertragsoptimierung die Marke langfristig stärken. Der Fokus liegt klar auf margenstarkem Wachstum – selbst wenn das kurzfristig auf Kosten der Umsatzzahlen geht.


