Der aktivistische Investor Elliott Management hat sich laut Reuters mit mehr als einer Milliarde US-Dollar (rund 920 Millionen Euro) bei dem Sportbekleidungsunternehmen Lululemon Athletica eingekauft. Mit dem Einstieg wird der Hedgefonds zu einem der größten Anteilseigner des kanadisch-amerikanischen Unternehmens. Ziel des Investments scheint eine Neupositionierung der Marke, deren Aktienkurs in den letzten zwei Jahren erheblich unter Druck geraten ist.
Hedgefonds unterstützt mögliche CEO-Kandidatin
Laut einem Insider arbeitet Elliott bereits seit Monaten mit der erfahrenen Einzelhandelsexpertin Jane Nielsen zusammen, die als ehemalige Finanz- und operative Chefin bei Ralph Lauren tätig war. Der Hedgefonds betrachtet sie als mögliche Nachfolgerin für den aktuellen CEO Calvin McDonald, der im Januar nach sieben Jahren an der Unternehmensspitze zurücktreten wird. Bislang wurde kein Nachfolger benannt.
Lululemon reagierte bislang nicht auf Presseanfragen, ebenso wenig wie Elliott. Die Aktie des Unternehmens legte im vorbörslichen Handel um rund 5 % auf 217,23 US-Dollar zu.
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Streit um Führung und strategische Ausrichtung
Lululemon steht aktuell vor einer potenziell kostspieligen Auseinandersetzung um die Nachfolge an der Unternehmensspitze. Unternehmensgründer und Großaktionär Chip Wilson forderte öffentlich eine Neubesetzung des Vorstands mit unabhängigen und unternehmensnahen Persönlichkeiten. Seiner Meinung nach hat das Unternehmen unter McDonalds Führung an Profil verloren. Er kritisiert eine mangelhafte Produktstrategie und eine Abkehr vom ursprünglichen Fokus auf hochwertige Sportbekleidung.
Der Konzern mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 25 Milliarden US-Dollar (rund 23 Milliarden Euro) kämpft zunehmend mit dem wachsenden Wettbewerb durch jüngere Marken wie Alo Yoga sowie durch günstigere Eigenmarken im Handel. Auch innerhalb des Unternehmens gab es Unzufriedenheit über die Produktentwicklung, was zuletzt vermehrt durch Führungskräfte geäußert wurde.


