Netflix wagt mit der Eröffnung von „Netflix House“ einen radikalen Schritt über den Bildschirm hinaus und betritt die Welt des stationären Entertainments. Am 12. November öffnet der erste Standort im King of Prussia Mall in Pennsylvania, am 11. Dezember folgt ein zweiter in der Galleria Dallas. Die physische Expansion gipfelt in einem geplanten Megastandort am Las Vegas Strip im Jahr 2027.
Multifunktionale Erlebnisräume auf über 10.000 Quadratmetern
Die Netflix-Häuser sind jeweils über 100.000 Quadratfuß groß – das entspricht rund 9.300 Quadratmetern – und kombinieren Erlebniselemente, Gastronomie und Handel. Besucher erwarten interaktive Attraktionen, die auf bekannten Netflix-Inhalten basieren, etwa „One Piece“, „Wednesday“, „Stranger Things“ oder „Squid Game“. Ziel ist es, Geschichten nicht nur anzuschauen, sondern aktiv zu erleben.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Freemium-Modell: Eintritt frei, Erlebnisse kostenpflichtig
Der Zugang zu den Netflix-Häusern ist kostenlos, für einzelne immersive Erlebnisse fallen jedoch Eintrittspreise an. Dieses Freemium-Modell erinnert an Netflix’ digitale Strategie und eröffnet neue Monetarisierungspotenziale. So sind exklusive Fanartikel erhältlich, deren Sortiment regelmäßig wechselt, um Wiederholungsbesuche zu fördern.
Netflix Bites: Kulinarisches Storytelling
Ein kulinarisches Highlight ist „Netflix Bites“ – ein Gastronomiekonzept mit Speisen und Cocktails, inspiriert von Charakteren und Serien des Streamingdienstes. Damit verknüpft Netflix Content-Marketing mit einem hochwertigen Gastro-Erlebnis, das in beiden ersten Standorten integriert ist.
Regionale Anpassung für stärkere Bindung
Jeder Standort bietet eigene Attraktionen: In Pennsylvania warten ein Mini-Golf-Parcours und Formate wie „One Piece: Quest for the Devil Fruit“ oder „Wednesday: Eve of the Outcasts“. In Dallas erleben Besucher unter anderem „Stranger Things: Escape the Dark“ und „Squid Game: Survive the Trials“, ergänzt durch eine Game-Zone im Retro-Stil.
Strategischer Brückenschlag zwischen digital und physisch
Mit Netflix House betritt der Streamingriese den Bereich des erlebnisorientierten Einzelhandels. Die Verbindung von Markenerlebnis, IP-Monetarisierung und Community-Building folgt einem Trend, der bereits von anderen Entertainment-Marken erprobt wurde – nun jedoch mit der globalen Strahlkraft einer digitalen Plattform. Die Maßnahme stärkt nicht nur das Geschäftsmodell abseits von Abos, sondern macht Netflix greifbar – im wahrsten Sinne des Wortes.


