Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat sich im Jahr 2025 kaum verändert. Laut einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes waren im Jahresdurchschnitt rund 46,0 Millionen Menschen im Inland erwerbstätig – das sind lediglich 5.000 Personen weniger als im Vorjahr. Damit endet eine seit 2006 nahezu durchgehende Wachstumsphase, die nur 2020 während der Corona-Krise kurzzeitig unterbrochen wurde.
Dienstleistungssektor als Stabilisator
Während das Produzierende Gewerbe und das Baugewerbe spürbare Beschäftigungsverluste hinnehmen mussten, sorgten die Dienstleistungsbereiche für eine gewisse Stabilität am Arbeitsmarkt. Insgesamt stieg dort die Zahl der Erwerbstätigen um 164.000 auf 34,9 Millionen Personen, was einem Anteil von 75,9 % an allen Erwerbstätigen entspricht. Besonders im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit war ein deutliches Plus zu verzeichnen (+205.000), wobei der Gesundheitssektor am stärksten zulegte. Auch in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie bei sonstigen Dienstleistungen gab es Zuwächse.
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Verluste in Handel, Industrie, Bau und Landwirtschaft
Dagegen ging die Zahl der Beschäftigten bei Unternehmensdienstleistern – unter anderem in der Zeitarbeit – um 64.000 zurück. Im Bereich Information und Kommunikation endete ein jahrelanger Beschäftigungsaufbau mit einem Rückgang von 10.000 Erwerbstätigen. Handel, Verkehr und Gastgewerbe verzeichneten einen leichten Rückgang um 15.000 Personen.
Im Produzierenden Gewerbe sank die Beschäftigung 2025 deutlich um 143.000 Personen (-1,8 %), im Baugewerbe um 23.000 (-0,9 %). In der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre mit einem Minus von 3.000 Erwerbstätigen fort.
Ein Blick auf die Struktur der Erwerbstätigkeit zeigt: Zwar stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, doch gingen die Zahlen bei Selbstständigen und marginal Beschäftigten zurück. So verringerte sich die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger um 38.000 auf 3,7 Millionen.
Mehr Erwerbslose trotz stabiler Erwerbsquote
Trotz der stabilen Erwerbstätigenzahl stieg die Zahl der Erwerbslosen im Jahresdurchschnitt 2025 deutlich um 161.000 auf 1,7 Millionen Personen. Die Erwerbslosenquote erhöhte sich von 3,1 % auf 3,5 %. Der demografische Wandel, mit einer abnehmenden Zahl junger Erwerbstätiger, und die konjunkturelle Abkühlung zeigten im Jahr 2025 damit spürbare Auswirkungen. Dämpfend wirkten jedoch weiterhin Zuwanderung und eine steigende Erwerbsbeteiligung, insbesondere bei älteren Personen und Frauen.




