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EU-Druck auf Big Tech wächst: Sender fordern strengere Regeln für Smart-TVs

Prime Video Taste auf einer TV-Fernbedienung
Foto: Kaboompics / Pexels

Key takeaways

Europäische Sender fordern strengere EU-Regeln für Smart-TVs und Sprachassistenten. Plattformen wie Google, Amazon oder Apple kontrollieren zunehmend den Zugang zu Inhalten. Medienhäuser warnen vor wachsender Abhängigkeit und verlangen, diese Systeme als Gatekeeper im Sinne des Digital Markets Act einzustufen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Europäische Medienhäuser erhöhen den Druck auf die EU-Kommission, große Technologiekonzerne stärker zu regulieren. Im Fokus stehen dabei Betriebssysteme für Smart-TVs und virtuelle Sprachassistenten, die aus Sicht der Sender zunehmend die Kontrolle über Inhalte und deren Verbreitung übernehmen.

Sender-Allianz fordert strengere Regulierung

In einem gemeinsamen Vorstoß fordern führende Rundfunk- und Medienunternehmen laut der Nachrichtenagentur Reuters, zentrale Plattformen von Konzernen wie Google, Amazon, Apple und Samsung als sogenannte Gatekeeper im Sinne des Digital Markets Act einzustufen. Damit würden strengere Wettbewerbsauflagen greifen.

Zu den Unterstützern zählen zahlreiche internationale Mediengruppen, die eine wachsende Abhängigkeit von den großen Plattformbetreibern beklagen. Initiiert wurde die Initiative von einem europäischen Branchenverband für kommerzielles Fernsehen und Streaming-Dienste.

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Smart-TV-Plattformen gewinnen an Einfluss

Die Bedeutung von Smart-TV-Betriebssystemen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Systeme wie Android TV, Fire OS oder Tizen OS kontrollieren maßgeblich, welche Inhalte Nutzer sehen und wie diese präsentiert werden.

Marktdaten zeigen, dass sich die Marktanteile dieser Plattformen kontinuierlich erhöht haben. Damit konzentriert sich die Kontrolle über den Zugang zu audiovisuellen Inhalten zunehmend auf wenige Anbieter.

Kontrolle über Sichtbarkeit und Reichweite

Aus Sicht der Sender liegt das Problem in der strukturellen Macht der Plattformen. Wer die Benutzeroberfläche, Suchfunktionen und App-Platzierungen bestimmt, beeinflusst direkt die Reichweite von Inhalten und deren wirtschaftlichen Erfolg.

Zudem besteht die Sorge, dass eigene Angebote der Plattformbetreiber bevorzugt werden, während konkurrierende Dienste benachteiligt werden könnten.

Sprachassistenten als neue Gatekeeper

Neben Smart-TVs geraten auch virtuelle Assistenten stärker in den Fokus. Systeme wie Alexa oder Siri entwickeln sich zunehmend zu zentralen Schnittstellen für den Zugriff auf Medieninhalte.

Die Sender sehen hier eine regulatorische Lücke, da diese Technologien bislang nicht unter die strengsten DMA-Vorgaben fallen. Gleichzeitig gewinnen KI-gestützte Empfehlungen und automatisierte Inhaltsauswahl weiter an Bedeutung.

Forderung nach neuen Bewertungskriterien

Der Digital Markets Act definiert Gatekeeper bislang anhand klarer Schwellenwerte, etwa bei Nutzerzahlen und Unternehmensgröße. Die Medienhäuser plädieren jedoch dafür, stärker qualitative Kriterien zu berücksichtigen – insbesondere den tatsächlichen Einfluss auf den Marktzugang.

Eine solche Anpassung würde den Anwendungsbereich der Regulierung deutlich erweitern und könnte weitreichende Folgen für die großen Technologiekonzerne haben.

Kampf um die digitale Schnittstelle

Die Auseinandersetzung zeigt einen grundlegenden Wandel in der Medienlandschaft. Klassische Anbieter verlieren zunehmend die direkte Kontrolle über den Zugang zum Publikum, während Plattformbetreiber diese Rolle übernehmen.

Ob die EU-Kommission die Forderungen aufgreift, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass der Wettbewerb um die zentrale Schnittstelle zwischen Nutzern und Inhalten weiter an Intensität gewinnen wird.

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