Der Online-Supermarkt Picnic hat in einer neuen Finanzierungsrunde 430 Millionen Euro von seinen bestehenden Investoren erhalten. Dies berichtet das niederländische Branchenmagazin Emerce. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine bereits angekündigte Expansion in Deutschland weiter vorantreiben, insbesondere durch Investitionen in neue Logistikinfrastruktur.
Hochtechnisierte Lager für künftiges Wachstum
Ein bedeutender Teil des Kapitals fließt in den Ausbau und Neubau von Distributionszentren. Das kürzlich eröffnete Zentrum im nordrhein-westfälischen Oberhausen dient dabei als Vorzeigeprojekt. Es kostete rund 150 Millionen Euro und testet bereits innovative Technologien wie Robopicking – eine Automatisierungstechnik, bei der Roboter die Kundenbestellungen in Transportboxen legen. Bereits 2021 hatte Picnic ein vollautomatisiertes Lager in Utrecht in Betrieb genommen, das als technologische Grundlage für den Standort Oberhausen diente.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Marktpräsenz in Deutschland wächst stetig
Picnic, das besonders durch seine hochautomatisierte Logistik bekannt ist, ist seit 2018 in Deutschland aktiv und beliefert inzwischen rund 230 Städte und Gemeinden. Über eine Million Haushalte zählen zum Kundenstamm. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 1,6 Milliarden Euro in seinen Kernmärkten Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Davon entfielen etwa 600 Millionen Euro auf Deutschland. Ein weiterer Meilenstein war die Expansion in das süddeutsche Bayern – ein Schritt, der über die bisherige Konzentration auf Nordrhein-Westfalen hinausgeht.
Die neue Investitionsrunde wurde anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Deutsch-Niederländischen Handelskammer in Den Haag angekündigt. An der Feier nahmen unter anderem der niederländische Wirtschaftsminister Vincent Karremans sowie der deutsche Staatssekretär für Wirtschaft und Energie, Frank Wetzel, teil.


