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Gaming-Markt im Umbruch: Plattformen, Creator und neue Vertriebswege

Videogame auf einem Smartphone
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Key takeaways

Eine neue Bain-Studie zeigt: Plattform-Spiele, nutzergenerierte Inhalte und Direct-to-Consumer-Modelle verändern die Gaming-Branche grundlegend. Klassische Studios geraten unter Druck, während neue Vertriebsformen und Community-getriebene Inhalte Marktanteile gewinnen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der globale Gaming-Markt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Bain & Company sind vor allem Plattform-Spiele, nutzergenerierte Inhalte und direkte Vertriebsmodelle Treiber dieses Umbruchs. Klassische Entwicklerstudios geraten zunehmend unter Druck, während unabhängige Anbieter und neue Distributionskanäle an Bedeutung gewinnen.

Plattform-Spiele setzen neue Standards

Spiele mit offenen Welten, Creator-Tools und integrierten Community-Funktionen verzeichnen laut Bain ein jährliches Nutzerwachstum zwischen zehn und 20 Prozent. Diese Plattform-Spiele entwickeln sich zu Knotenpunkten für Spieler, Entwickler und Markenpartner gleichermaßen. Sie bieten nicht nur Unterhaltung, sondern ermöglichen kreative Entfaltung und soziale Interaktion.

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Marktanteile verschieben sich

Während der Gaming-Markt 2024 ein Volumen von rund 219 Milliarden US-Dollar (ca. 201 Mrd. Euro) erreichte und bis 2028 jährlich um etwa vier Prozent wachsen soll, profitieren davon vor allem einzelne Top-Titel mit hohem Community-Fokus. Die unabhängigen Entwickler wuchsen zwischen 2018 und 2024 mit durchschnittlich 22 Prozent pro Jahr – weit mehr als die acht Prozent der AAA- und AA-Studios. Diese sehen sich gleichzeitig mit steigenden Kosten und schrumpfenden Margen konfrontiert.

Creator-Inhalte dominieren

Nutzergenerierte Inhalte werden zum neuen Standard. Laut Bain verbringen fast die Hälfte aller Creator heute mehr Zeit mit der Gestaltung eigener Inhalte als im Vorjahr – selbst in Altersgruppen über 35 Jahren. Besonders Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren bevorzugen Spiele mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und folgen dabei häufig den Trends ihres sozialen Umfelds.

Direct-to-Consumer verdrängt klassische Stores

Die Bedeutung traditioneller digitaler Verkaufsplattformen nimmt ab. Immer mehr Spieler entdecken neue Titel über Influencer (24 Prozent) oder soziale Medien (14 Prozent), während klassische Stores nur noch von zwölf Prozent genutzt werden. Als Reaktion richten Entwickler zunehmend eigene Webshops ein, um direkter mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren und bessere Margen zu erzielen. Der Anteil erfolgreicher Mobile-Games mit eigenem Onlinegeschäft stieg von zwölf Prozent (2019) auf 44 Prozent (2024). Regulatorische Änderungen – etwa in der EU, den USA und Brasilien – beschleunigen diesen Trend.

Gaming-Franchises denken ganzheitlich

Gaming-Franchises beschränken sich längst nicht mehr auf das Spiel selbst. Ein Viertel der Mediennutzungszeit entfällt auf Game-bezogene Inhalte wie Serien, Musik oder Merchandise. Erfolgreiche Marken schaffen nahtlose Erlebnisse über verschiedene Plattformen hinweg und investieren gezielt in den Aufbau von Communitys und Markenwelten.

Zentral für diesen Erfolg sind laut Bain vier Faktoren: Authentizität und Respekt gegenüber der Fanbasis, sorgfältige Auswahl passender Formate, eine langfristige Roadmap zur Community-Bindung und der Aufbau neuer Fähigkeiten in Storytelling und Fanmanagement.

Der Report kommt zu dem Schluss: Wer Gaming nicht nur als Produkt, sondern als Plattform mit eigenständiger Markenidentität versteht, wird langfristig erfolgreich sein. Besonders Entwickler, die Inhalte ganzheitlich denken und aktiv mit ihrer Community interagieren, können neue Erlösquellen erschließen und sich dauerhaft im Markt behaupten.

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