Marketingverantwortliche investieren 2026 deutlich stärker in künstliche Intelligenz, kämpfen jedoch weiterhin mit begrenzten Budgets und fehlender organisatorischer Reife. Das zeigt die aktuelle CMO Spend Survey von Gartner. Demnach fließen inzwischen durchschnittlich 15,3 Prozent der Marketingbudgets in KI-Initiativen, während zugleich nur rund 30 Prozent der befragten Unternehmen ihre KI-Fähigkeiten als ausgereift oder vollständig entwickelt einstufen.
Die internationale Befragung unter 401 Marketingentscheidern aus Nordamerika, Großbritannien und Europa macht deutlich, dass KI für viele Unternehmen längst zu einem strategischen Schwerpunkt geworden ist. Gleichzeitig bleibt die operative Umsetzung vielerorts hinter den Erwartungen zurück.
Marketingbudgets bleiben nahezu unverändert
Trotz wachsender Anforderungen an digitale Transformation und Effizienzsteigerung verharren die Marketingbudgets nahezu auf Vorjahresniveau. Laut Gartner liegen die Marketingausgaben 2026 durchschnittlich bei 7,8 Prozent des Unternehmensumsatzes, nach 7,7 Prozent im Vorjahr.
Der geringe finanzielle Spielraum erhöht den Druck auf CMOs, bestehende Ressourcen gezielter einzusetzen. Investitionen in KI müssen zunehmend durch Priorisierung, Umschichtungen und Effizienzmaßnahmen finanziert werden. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht dabei erhebliche Herausforderungen: 56 Prozent geben an, dass ihre Budgets nicht ausreichen, um die Marketingstrategie für 2026 vollständig umzusetzen.
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Hohe KI-Ambitionen treffen auf fehlende Strukturen
Rund 70 Prozent der befragten Marketingverantwortlichen betrachten die Positionierung als KI-Vorreiter als zentrales Ziel für das laufende Jahr. Gleichzeitig räumen ebenso viele ein, dass interne Prozesse und organisatorische Voraussetzungen noch nicht ausreichend entwickelt sind, um KI-Technologien im größeren Maßstab einzusetzen.
Besonders deutlich wird die Differenz zwischen ambitionierten Zielen und tatsächlicher Umsetzungsfähigkeit bei den infrastrukturellen Voraussetzungen. Gartner verweist auf Defizite bei Datenmanagement, Governance, internen Abläufen sowie spezialisierten Kompetenzen innerhalb der Marketingteams.
KI-reife Unternehmen investieren aggressiver
Unternehmen mit fortgeschrittener KI-Reife investieren deutlich stärker in entsprechende Technologien. Diese Gruppe verwendet durchschnittlich 21,3 Prozent ihres Marketingbudgets für KI-Projekte und verfügt zugleich über höhere Gesamtbudgets.
Laut Gartner verschaffen sich diese Organisationen dadurch strategische Vorteile. Sie kombinieren technologische Investitionen mit flexibleren Budgetmodellen, stärkerer Innovationsorientierung und klareren operativen Prozessen. Dadurch gelingt es ihnen eher, KI in messbare Geschäftsergebnisse zu übersetzen.
Effizienz und Wachstum bleiben zentrale Erwartungen
Die Untersuchung zeigt außerdem, dass Marketingabteilungen weiterhin unter hohem Transformationsdruck stehen. Unternehmen erwarten von ihren Marketingteams gleichzeitig Wachstum, Effizienzsteigerung und digitale Modernisierung — ohne signifikante Budgetausweitungen.
Für CMOs bedeutet dies laut Gartner vor allem, Investitionen stärker datenbasiert zu priorisieren und KI gezielt als Hebel zur Produktivitätssteigerung einzusetzen. Entscheidend werde künftig weniger die reine Höhe der Investitionen sein, sondern die Fähigkeit, KI organisatorisch und operativ nachhaltig zu verankern.




