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Gastronomie in der Dauerkrise: Insolvenzen steigen drastisch

Closed Schild an einer Tuer
Foto: Unsplash

Key takeaways

Die Gastronomie in Deutschland steckt in einer strukturellen Krise: Über 11.000 Insolvenzen seit 2020 und ein Anstieg von rund 30 Prozent im Jahr 2025 zeigen die dramatische Entwicklung. Hohe Kosten, verändertes Konsumverhalten und schwache Finanzstrukturen setzen die Branche weiter massiv unter Druck.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die wirtschaftliche Lage der Gastronomie in Deutschland verschärft sich weiter. Seit 2020 haben laut Creditreform mehr als 11.000 Betriebe Insolvenz angemeldet, während gleichzeitig zehntausende Unternehmen ohne offizielles Verfahren vom Markt verschwunden sind. Die Krise hat sich damit zu einem strukturellen Problem entwickelt.

Insolvenzen und Schließungen auf Rekordniveau

Allein in den Jahren 2024 und 2025 stellten rund 24.500 gastronomische Betriebe ihren Betrieb ein. Parallel dazu stieg die Zahl der Insolvenzen deutlich: 2025 lag das Plus bei knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Insgesamt summierten sich die Insolvenzen zwischen 2020 und 2025 auf mehr als 11.000 Fälle. Besonders dynamisch entwickelte sich die Lage seit 2022, als sich die jährlichen Insolvenzen innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelten.

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Mehrfachbelastung durch Krisen

Die Ursachen sind vielfältig und kumulativ. Pandemie, Energiepreisschocks und anhaltende Inflation haben die Branche über Jahre hinweg belastet. Viele Betriebe konnten diese Abfolge externer Krisen nicht kompensieren.

Hinzu kommt ein struktureller Wandel im Konsumverhalten: Gäste greifen häufiger auf Lieferdienste zurück oder reduzieren Restaurantbesuche. Diese Entwicklung verstärkt den Druck auf klassische Gastronomiekonzepte zusätzlich.

Besonders betroffen: Restaurants und Caterer

Überdurchschnittlich stark stiegen die Insolvenzen in den Bereichen Restaurants, Gaststätten und Imbissbetriebe sowie bei Catering- und Verpflegungsdienstleistern – jeweils mit Zuwächsen von über 30 Prozent. Weniger stark betroffen, aber ebenfalls unter Druck, sind Bars, Diskotheken und Getränkeausschank.

Die Zahlen zeigen, dass insbesondere Geschäftsmodelle mit starkem Vor-Ort-Konsum strukturell unter Druck geraten.

Schwache Finanzstruktur verschärft Risiko

Ein zentrales Problem bleibt die geringe Eigenkapitalbasis vieler Betriebe. Ein erheblicher Anteil weist Eigenkapitalquoten von unter zehn Prozent auf. Gleichzeitig arbeitet ein Drittel der Unternehmen mit negativen Margen, während viele andere nur geringe Gewinne erzielen.

In vielen Fällen übersteigen kurzfristige Verbindlichkeiten die verfügbaren liquiden Mittel – ein klares Indiz für ein erhöhtes Insolvenzrisiko.

Kleine Betriebe besonders gefährdet

Vor allem kleine, inhabergeführte Gastronomiebetriebe kämpfen ums Überleben. Steigende Kosten für Energie, Mieten und Lebensmittel lassen sich häufig nicht vollständig an die Gäste weitergeben.

Die Auswirkungen sind besonders in ländlichen Regionen sichtbar, wo gastronomische Angebote zunehmend verschwinden und damit auch wichtige soziale Treffpunkte verloren gehen.

Ausblick: Weitere Verschärfung erwartet

Eine nachhaltige Entspannung ist kurzfristig nicht absehbar. Zwar sollen politische Maßnahmen wie steuerliche Entlastungen helfen, doch für viele Betriebe kommen diese zu spät.

Branchenexperten gehen davon aus, dass die Zahl der Insolvenzen auch 2026 weiter steigen wird. Die Gastronomie steht damit vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der weit über einzelne Kriseneffekte hinausgeht.

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