Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Stimmung in den Marketingabteilungen weltweit optimistisch: Laut einer aktuellen Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) planen 71 % der befragten CMOs, in den kommenden drei Jahren jährlich über 10 Millionen US-Dollar (ca. 9,3 Mio. Euro) in generative KI zu investieren. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 57 %. Insgesamt zeigen sich inzwischen 83 % der CMOs zuversichtlich, dass GenAI ihre Arbeit grundlegend verbessern wird.
Fokus auf Inhalte, Personalisierung und KI-Agenten
Der Investitionsschwerpunkt liegt dabei auf der Erstellung von Inhalten, personalisiertem Marketing und sogenannten Agentic-AI-Lösungen. Besonders die Videogenerierung gilt als nächstes großes Thema im Contentbereich – 30 % der CMOs geben an, dies als Priorität zu betrachten. Auch in der Personalisierung gehen Unternehmen zunehmend über einfache Produktempfehlungen hinaus: Dynamische Angebote, Zielgruppensegmentierung und Churn-Prediction gehören zu den geplanten Anwendungsszenarien.
Parallel dazu verändern KI-Agenten die Arbeitsweise insbesondere im B2B-Marketing. Ein Drittel der B2B-CMOs und knapp ein Viertel der B2C-CMOs wollen künftig verstärkt in diese Technologie investieren, um Prozesse zu automatisieren und schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Weniger Effizienzgewinne, aber steigende Erlöse erwartet
Zwar berichten über ein Drittel der CMOs von Verbesserungen bei der Customer Experience sowie bei der Qualität und Menge von Inhalten – jedoch wird das Potenzial zur Effizienzsteigerung derzeit seltener genannt als noch im Vorjahr. Dennoch erwarten 60 % der Befragten, dass GenAI mittelfristig Umsatzzuwächse von fünf Prozent oder mehr in ihren Verantwortungsbereichen generieren kann.
Messbarkeit tritt in den Hintergrund – Fokus auf Talente
Auffällig ist, dass das Messen des Marketing-ROIs mit GenAI bei der Budgetvergabe aktuell niedrig priorisiert wird. Viele Unternehmen setzen stattdessen auf vorhandene First-Party-Datenstrukturen und investieren verstärkt in Weiterbildung: Hackathons, KI-Studios und praktische Trainingsangebote sollen bestehende Teams mit GenAI-Kompetenz ausstatten – externe Spezialisten werden seltener hinzugezogen.
BCG-Experten sehen in dieser Kombination aus Technologieeinsatz und Personalentwicklung einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Wer beides gemeinsam skaliert, so heißt es im Bericht, setze neue Maßstäbe im digitalen Marketing.


