Mehr als die Hälfte der IT-Verantwortlichen sieht Generative KI (GenAI) als Katalysator für einen tiefgreifenden Wandel in der IT-Landschaft. Laut einer gemeinsamen Studie von kobaltblau, iteratec, Lünendonk und VOICE erwarten 68 Prozent der befragten Unternehmen einen grundlegenden Wechsel hin zu einer sogenannten Plattform-IT. Diese strukturelle Neuausrichtung geht mit einem tiefgreifenden Personalumbau einher – 97 Prozent der Befragten rechnen damit, dass mindestens die Hälfte ihrer IT-Mitarbeitenden von Umstellungen betroffen sein wird.
IT als strategischer Sparringspartner
Die Untersuchung zeigt, dass GenAI nicht nur technische Prozesse beeinflusst, sondern die gesamte Rolle der IT neu definiert. 58 Prozent der Führungskräfte erwarten eine stärkere Verschmelzung von Business und IT, wobei letztere sich zunehmend auf die Bereitstellung technologischer Plattformen konzentriert. Knapp die Hälfte der Unternehmen (44 Prozent) hat bereits ein AI-Kompetenzzentrum etabliert, weitere zehn Prozent planen dies. GenAI wird damit zum Treiber eines kulturellen und strukturellen Umdenkens in Unternehmen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Produktivitätszuwächse bislang kaum messbar
Trotz des hohen Veränderungspotenzials berichten bisher nur zwei Prozent der IT-Verantwortlichen von einem konkreten, messbaren Produktivitätsschub durch GenAI. Dennoch herrscht weitgehender Optimismus: Mit zunehmender technologischer Reife und wachsender Erfahrung wird ein Effizienzgewinn erwartet. Besonders im Wissensmanagement, in der Softwareentwicklung und im Support wird GenAI als zukunftsträchtiges Werkzeug gesehen.
Personeller Umbau nimmt Fahrt auf
Die neue Ausrichtung geht mit personellen Veränderungen einher. Fast die Hälfte der Befragten erwartet kurzfristig einen Anstieg des IT-Personalbedarfs um rund 20 Prozent – vor allem in KI-nahen Rollen, Cybersecurity, Compliance und Datenschutz. Gleichzeitig ist das Bewusstsein groß, dass neue Rollen wie der AI Prompt Engineer entstehen, bisher aber erst ein Drittel der Unternehmen entsprechende Positionen plant.
Technologische Herausforderungen bleiben
Wenngleich GenAI für viele Anwendungsbereiche als nützlich angesehen wird – etwa bei Business Intelligence, CRM-Systemen oder E-Commerce – gibt es auch zahlreiche Hürden. Als größte Herausforderungen gelten mangelnde Datenqualität, fehlende Governance-Strukturen sowie Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Rund 60 Prozent bemängeln zudem ein unzureichendes Know-how im Umgang mit KI-Technologien.
IT-Organisationen unter Druck
Der Wandel zur Plattform-IT wird nicht nur durch neue Tools und Plattformen – etwa im Low-Code-Umfeld – gestützt, sondern auch durch den zunehmenden Druck, sichere und gleichzeitig agile IT-Strukturen zu etablieren. Die Integration von GenAI erfordert daher nicht nur technologische Investitionen, sondern ein starkes Change-Management, das Vertrauen schafft und organisatorische Hürden überwindet.


