Viele Deutsche wollen gesünder leben – doch weder Ärzten noch Ernährungstrends schenken sie großes Vertrauen. Eine aktuelle Studie von NIQ zeigt: Während weltweit mehr als die Hälfte der Konsumenten medizinischen Empfehlungen folgt, tun dies hierzulande nur 26 Prozent. Damit liegt Deutschland auf dem letzten Platz im internationalen Vergleich.
Vertrauen bleibt ein Schwachpunkt
Statt ärztlicher Beratung zählen für viele Konsumenten Faktoren wie die Möglichkeit, ein Produkt vorab zu testen (34 Prozent), transparente Informationen (32 Prozent) oder Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld (29 Prozent). Rabatte und Rückgabemöglichkeiten spielen ebenfalls eine Rolle, während Social-Media-Einflüsse in Deutschland kaum Gewicht haben. Nur elf Prozent lassen sich stark von Influencern leiten – ein deutlich geringerer Wert als in anderen Märkten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hohe Erwartungen an Unternehmen
Deutsche Verbraucher wünschen sich von Herstellern vor allem transparente Kennzeichnungen und bezahlbare Angebote. Drei Viertel der Befragten fordern, dass gesunde Produkte ebenso leicht verfügbar und preislich attraktiv sein sollten wie ungesunde. Eine stärkere Rolle des Staates wird dagegen nur von knapp 60 Prozent befürwortet. Mehr Geld geben die Deutschen am ehesten für lokal produzierte (67 Prozent) oder tierfreundliche Produkte (64 Prozent) aus.
Ernährungswissen bleibt oberflächlich
Mit Ernährungstrends sind deutsche Konsumenten wenig vertraut. Nur 22 Prozent kennen sich gut mit Superfoods aus, weltweit liegt dieser Wert bei 36 Prozent. Auch bei Probiotika (19 Prozent) oder pflanzlichen Proteinen (20 Prozent) zeigen sich deutliche Defizite. Selbst bei klassischen Ballaststoffquellen wie Gemüse oder Vollkorn ist das Wissen geringer als international.
Kaufpläne setzen auf Ballaststoffe
Die größte Bereitschaft zum Umstieg zeigt sich bei ballaststoffreichen Lebensmitteln: 42 Prozent planen, ihren Konsum zu steigern. Dagegen bleiben Superfoods und Probiotika mit jeweils 29 Prozent eine Nische. Fleischfreie Alternativen haben ebenfalls nur begrenztes Potenzial – erst gut ein Drittel ist bereit, dafür mehr zu bezahlen.
Gesundheitsvorsätze ohne Trendfaktor
Wenn es um Gesundheit geht, setzen die Deutschen auf Altbewährtes: Mehr Bewegung (53 Prozent), Zeit in der Natur (52 Prozent) und Investitionen in soziale Beziehungen stehen ganz oben. Dagegen bleiben moderne Ansätze wie Lichttherapie oder Schönheitsbehandlungen Randthemen.



