Die Hawesko Holding ist mit verbesserten Ergebnissen in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Europas größter Wein- und Spirituosenhändler konnte im ersten Quartal trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds sowohl das operative Ergebnis als auch die Marge steigern. Gleichzeitig setzt das Unternehmen verstärkt auf Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Der Umsatz lag im Auftaktquartal bei 133,1 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 135,3 Millionen Euro. Das operative EBIT verbesserte sich dagegen auf 1,6 Millionen Euro nach 1,4 Millionen Euro im Vorjahr. Auch die Rohertragsmarge stieg von 44,1 auf 45 Prozent.
Kostendisziplin verbessert Profitabilität
Nach Unternehmensangaben zeigen insbesondere die im vergangenen Jahr gestarteten Kosten- und Effizienzprogramme zunehmend Wirkung. Hawesko verweist dabei auf das interne Optimierungsprogramm „FOKUS“, das die Profitabilität stärken und operative Abläufe effizienter gestalten soll.
Der Vorstand sieht die Ergebnisverbesserung als Zeichen für eine robuste Entwicklung trotz anhaltender Konsumzurückhaltung. Gleichzeitig belasteten steigende Energie- und Logistikkosten weiterhin das Geschäftsumfeld.
Besonders die militärische Eskalation im Nahen Osten habe seit Ende Februar zu höheren Energiepreisen geführt, die sich spürbar auf Transport- und Logistikkosten auswirkten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Jacques’ bleibt Wachstumstreiber
Innerhalb der einzelnen Geschäftsbereiche entwickelte sich das Retail-Segment positiv. Vor allem die Weinhandelskette Jacques’ konnte den Umsatz steigern und blieb damit der wichtigste Wachstumstreiber innerhalb der Gruppe.
Im B2B-Geschäft sorgten dagegen Sondereffekte für rückläufige Erlöse. Unter anderem wirkte sich der Wegfall eines wichtigen Spirituosenlieferanten negativ aus. Zudem blieb die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel schwach.
Positiv entwickelte sich laut Hawesko dagegen das internationale Geschäft sowie die Nachfrage aus Gastronomie und Weinhandel, wodurch der Rückgang teilweise kompensiert werden konnte.
Im E-Commerce verlangsamte sich der Negativtrend der vergangenen Quartale. Zwar lagen die Umsätze weiterhin unter Vorjahr, der Rückgang fiel jedoch deutlich geringer aus. Das Unternehmen verweist zudem auf steigende Neukundenzahlen und höhere Marketinginvestitionen als Grundlage für stärkere Folgequartale.
KI soll Prozesse und Kundenansprache verbessern
Ein zentraler Schwerpunkt der Strategie für 2026 liegt auf dem verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Hawesko plant, KI sowohl für die Personalisierung der Kundenansprache als auch für interne Prozesse und operative Abläufe einzusetzen.
Nach Angaben des Vorstands soll KI dazu beitragen, Effizienz und Kundennähe weiter auszubauen. Die Digitalisierung gilt innerhalb der Gruppe als wichtiger Hebel für zukünftiges Wachstum und höhere Profitabilität.
Der Konzern sieht insbesondere in datengetriebenen Marketing- und Analyseprozessen Potenzial, um die Kundenbindung zu stärken und operative Abläufe zu optimieren.
Jahresprognose bestätigt
Für das Gesamtjahr bestätigt Hawesko die bisherige Prognose. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem leichten Umsatzwachstum von bis zu zwei Prozent sowie einem operativen EBIT zwischen 28 und 32 Millionen Euro.
Dabei berücksichtigt die Prognose die typische Saisonalität des Weinhandels, bei der das zweite Halbjahr traditionell deutlich stärker ausfällt. Gleichzeitig geht der Vorstand davon aus, dass sich die Konsumzurückhaltung im Jahresverlauf schrittweise abschwächen könnte.
Der Hauptversammlung will Hawesko für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen, nachdem im Vorjahr 1,30 Euro ausgeschüttet worden waren.


