Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet das von der EU verhängte Bußgeld gegen den Online-Marktplatz Temu als wichtigen Schritt im Kampf gegen Wettbewerbsverzerrungen. Die Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro sende ein deutliches Signal, dass Verstöße gegen europäische Regeln nicht länger folgenlos bleiben dürfen.
Branche fordert konsequente Durchsetzung
Aus Sicht des HDE reicht die Sanktion jedoch nicht aus. Entscheidend sei nun, dass Regelverstöße künftig systematisch und spürbar geahndet werden. Andernfalls drohe weiterhin ein struktureller Wettbewerbsnachteil für europäische Händler, die sich an geltende Vorschriften halten. Insbesondere Anbieter aus Drittstaaten würden bislang von ungleichen Bedingungen profitieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Druck durch Preisdumping und Regelverstöße
Der Verband sieht heimische Unternehmen zunehmend unter Druck. Ursachen seien neben regulatorischen Defiziten auch aggressive Preisstrategien internationaler Plattformen. Um faire Marktbedingungen zu gewährleisten, fordert der HDE zusätzliche Maßnahmen – darunter eine schnellere Einführung eines zentralen EU-Zoll-Datenhubs zur besseren Kontrolle von Importen.
Hintergrund: EU verhängt Millionenstrafe
Die Europäische Kommission hatte zuvor ein Bußgeld in Höhe von 200 Millionen Euro gegen Temu verhängt. Grund sind Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), insbesondere bei der Bewertung und Begrenzung von Risiken durch illegale Produkte auf der Plattform.
Sicherheitsmängel und Verbraucherrisiken
Untersuchungen der Kommission zeigen erhebliche Defizite beim Verbraucherschutz. So wurden Risiken unzureichend analysiert und teilweise unterschätzt. Tests belegen zudem, dass zahlreiche Produkte – darunter Ladegeräte und Spielwaren – nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen und potenziell gesundheitsgefährdend sind.



