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Heimtraining schafft neues Umsatzpotenzial für Sporthandel und Apps

Sportequipment in einer Wohnung auf dem Boden
Foto: MART PRODUCTION / Pexels

Key takeaways

➟ Das Fitnessgeschäft verlagert sich zunehmend ins eigene Zuhause. Drei Viertel der Selbsttrainierenden nutzen Geräte oder typisches Equipment, mehr als ein Viertel Fitness-Apps – und eröffnen Händlern damit zusätzliche physische und digitale Umsatzpotenziale.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Das Training zu Hause oder außerhalb klassischer Fitnessstudios hat sich in Deutschland zu einem festen Bestandteil des Fitnessmarkts entwickelt. Aktuelle YouGov-Daten zeigen, dass 19 Prozent der Verbraucher eigenständig trainieren, während 22 Prozent Mitglied in einem Fitnessstudio sind. Der Abstand zwischen beiden Trainingsformen ist damit nur noch gering.

Für Handel und Fitnessanbieter ist besonders relevant, dass Heimtrainierende keineswegs nur preisbewusst agieren. In einkommensstarken Haushalten ist der Anteil der Selbsttrainierenden sogar höher als im Durchschnitt.

Kaufkräftige Zielgruppe trainiert zunehmend eigenständig

Unter Verbrauchern mit einem Einkommen von mehr als 200 Prozent des Medians trainieren 23 Prozent auf eigene Faust. Bei Personen mit niedrigerem Einkommen liegt der Anteil bei 18 Prozent.

Damit entwickelt sich Home-Workout zu einem attraktiven Segment für Hersteller und Händler von Fitnessausrüstung. Wer eigenständig trainiert, investiert häufig in Equipment und ist nicht zwingend auf günstige Einstiegsprodukte beschränkt.

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Drei Viertel nutzen Geräte oder typisches Equipment

74 Prozent der Selbsttrainierenden nutzen mindestens eine Trainingsform, die Geräte oder typisches Sportequipment erfordert. Besonders verbreitet ist Körpergewichtstraining mit Geräten oder Gewichten, das 28 Prozent betreiben.

15 Prozent setzen auf Hanteltraining oder Gewichtheben. Yoga und Pilates kommen auf 17 beziehungsweise 10 Prozent. Spinning wird von vier Prozent der Zielgruppe zu Hause ausgeübt.

Gleichzeitig bleiben einfache Trainingsformen wichtig. 38 Prozent setzen auf Körpergewichtstraining ohne Geräte, 35 Prozent fahren Rad und 32 Prozent gehen joggen oder laufen.

Decathlon liegt bei der Kaufbereitschaft klar vorn

Vom Trend profitieren insbesondere Sportartikelhändler. Unter den Menschen, die selbstständig trainieren, ziehen 30 Prozent Decathlon beim nächsten Einkauf in Betracht.

Intersport kommt auf 18 Prozent, SportScheck auf 14 Prozent und Sport2000 auf fünf Prozent. Decathlon punktet dabei nicht nur über den Preis, sondern auch beim Qualitätsimage.

Beim von YouGov ausgewiesenen Quality-Net-Score liegt Decathlon mit 27,3 nahezu gleichauf mit Intersport bei 26,6. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis fällt der Abstand deutlicher aus: Decathlon erreicht einen Value-Net-Score von 26, Intersport 10,1.

Fitness-Apps ergänzen das Heimtraining

Das selbstorganisierte Training wird zunehmend digital begleitet. 27 Prozent der Heimtrainierenden nutzen eine Fitness-App, um ihre Fortschritte zu verfolgen.

Weitere 12 Prozent setzen zusätzlich auf Ernährungs-Apps. Damit entstehen neben dem klassischen Verkauf von Hanteln, Matten oder Trainingsgeräten auch digitale Umsatz- und Kundenbindungspotenziale.

Home-Workout wird zum festen Marktsegment

Die YouGov-Daten zeigen, dass sich Heimtraining vom Nischentrend zu einem relevanten Teil des Fitnessmarkts entwickelt hat. Besonders attraktiv ist die Kombination aus hoher Reichweite, kaufkräftigen Zielgruppen und wachsender Bereitschaft, in Equipment und digitale Angebote zu investieren.

Für Sportfachhändler erhöht das den Wettbewerbsdruck, eröffnet aber zugleich neue Chancen. Entscheidend wird, Angebote stärker auf selbstorganisierte Trainingsroutinen auszurichten und physische Produkte mit digitalen Services zu verbinden.

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