Urlaubszeit bedeutet für viele Beschäftigte längst nicht mehr vollständige Erholung. Eine aktuelle Indeed-Umfrage zeigt, dass zahlreiche Arbeitnehmer auch während ihrer freien Tage beruflich erreichbar bleiben – und gerade dann ihre berufliche Situation kritisch hinterfragen. Besonders ausgeprägt ist die Wechselbereitschaft bei Menschen, die im Urlaub weiterhin arbeiten oder erreichbar sein müssen.
Berufliche Distanz führt zu neuen Perspektiven
Laut der gemeinsam mit Appinio durchgeführten Befragung denkt mehr als jeder dritte Arbeitnehmer während des Urlaubs über einen Jobwechsel nach. Knapp jeder Zehnte hinterfragt seine berufliche Situation sogar deutlich stärker als im Arbeitsalltag. Neben einem Arbeitgeberwechsel beschäftigen viele Befragte auch Themen wie Weiterbildungen, ein interner Branchenwechsel oder eine vollständige berufliche Neuorientierung.
Fast die Hälfte derjenigen, die im Urlaub Zweifel am aktuellen Job entwickeln, informiert sich bereits über offene Stellen. Ein Teil aktualisiert Bewerbungsunterlagen oder verschickt sogar erste Bewerbungen. Einige Befragte haben infolge dieser Überlegungen bereits eine neue Stelle angetreten.
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Erreichbarkeit verstärkt Wechselgedanken
Die Umfrage zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen beruflicher Erreichbarkeit im Urlaub und der Bereitschaft zum Jobwechsel. Beschäftigte, die auch während ihrer Ferien arbeiten, hinterfragen ihre berufliche Situation wesentlich häufiger als Arbeitnehmer, die konsequent abschalten können.
Besonders regelmäßig arbeitende Urlauber setzen ihre Wechselgedanken häufiger in konkrete Schritte um. Dazu zählen die Stellensuche, Bewerbungen und letztlich auch der Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber.
Mehrheit bleibt auch im Urlaub erreichbar
Mehr als 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, im Urlaub zumindest gelegentlich beruflich tätig zu sein. Ein Teil beantwortet regelmäßig E-Mails oder Anrufe, während andere nur in Ausnahmefällen erreichbar sind. Nur knapp vier von zehn Beschäftigten können ihren Urlaub vollständig ohne berufliche Verpflichtungen verbringen.
Dabei entsteht der Druck zur Erreichbarkeit nicht ausschließlich durch Kollegen oder Vorgesetzte. Viele Beschäftigte fühlen sich aus eigenem Antrieb verpflichtet, erreichbar zu bleiben. Als Gründe nennen sie unter anderem fehlende Vertretungen, Loyalität gegenüber dem Team, die Sorge, wichtige Entwicklungen zu verpassen oder berufliche Nachteile zu erleiden.
Angespannter Arbeitsmarkt beeinflusst Verhalten
Auch die wirtschaftliche Lage wirkt sich auf das Verhalten vieler Arbeitnehmer aus. Mehr als ein Drittel gibt an, angesichts von Konjunktursorgen, Personalabbau und KI-Debatten im Urlaub häufiger erreichbar zu sein. Andere ziehen daraus den gegenteiligen Schluss und legen bewusst größeren Wert auf eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit.
Unternehmen sollten Erholung ernst nehmen
Indeed sieht in den Ergebnissen einen deutlichen Hinweis auf die Bedeutung einer gesunden Urlaubskultur. Funktionierende Vertretungsregelungen und eine Unternehmenskultur, die Erreichbarkeit während des Urlaubs nicht voraussetzt, können die Mitarbeiterbindung stärken. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von erholten Beschäftigten, die nach ihrer Rückkehr konzentrierter, kreativer und leistungsfähiger arbeiten.






