Im Oktober 2025 ist laut Destatis die Inflationsrate in Deutschland auf 2,3 % gesunken – nach zuvor 2,4 % im September und 2,2 % im August. Die Teuerung der Verbraucherpreise hat sich damit nach zwei Anstiegen wieder leicht abgeschwächt. Maßgeblich dafür waren unter anderem rückläufige Preise für Energieprodukte und eine verhaltene Entwicklung bei Nahrungsmitteln. Dennoch bleibt der Preisdruck in anderen Bereichen hoch – besonders Dienstleistungen verteuerten sich deutlich.
Dienstleistungen bleiben stärkster Preistreiber
Die Preise für Dienstleistungen legten im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 % zu. Besonders auffällig sind die Anstiege bei der kombinierten Personenbeförderung (+11,4 %) und bei sozialen Einrichtungen (+8,0 %). Auch stationäre Gesundheitsdienstleistungen, Reparaturen von Fahrzeugen sowie Pauschalreisen verteuerten sich spürbar. Die Nettokaltmieten – mit großem Einfluss auf die Inflationsrate – stiegen um 2,0 %. Dagegen gingen die Preise für Telekommunikationsdienste leicht zurück (-0,7 %).
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Energie leicht günstiger – Heizöl mit deutlichem Preisrückgang
Energieprodukte waren im Oktober 2025 um 0,9 % günstiger als im Vorjahresmonat. Dabei sanken die Preise für Haushaltsenergie um 1,7 %. Leichtes Heizöl verbilligte sich besonders stark (-6,0 %), ebenso Strom (-1,4 %) und Fernwärme (-1,0 %). Erdgas hingegen wurde um 0,9 % teurer, Holzpellets und ähnliche Brennstoffe sogar um 2,5 %. Die Kraftstoffpreise stiegen moderat um 0,4 %.
Nur geringe Preisveränderung bei Nahrungsmitteln
Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel fiel mit +1,3 % unterdurchschnittlich aus. Im Vergleich zum September 2025 hat sich die Dynamik deutlich abgeschwächt. Besonders stark rückläufig waren die Preise für Speisefette und -öle, vor allem Olivenöl (-22,7 %) und Butter (-16,0 %). Auch Gemüse wurde günstiger, beispielsweise Kartoffeln (-12,6 %). Teurer wurden hingegen Süßwaren (+8,2 %), Fleisch (+4,3 %) und Obst (+3,1 %).
Warenpreise steigen moderat – Technik wird günstiger
Waren insgesamt verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,2 %. Darunter stiegen die Preise für alkoholfreie Getränke überdurchschnittlich (+7,2 %), insbesondere Kaffeeprodukte (+21,3 %). Gebrauchsgüter (+1,0 %) und Verbrauchsgüter (+1,3 %) verteuerten sich nur leicht. Einige Elektronikprodukte verbilligten sich dagegen: Mobiltelefone wurden 4,0 % günstiger, Unterhaltungselektronik um 3,2 %.
Kerninflation bei 2,8 %
Die sogenannte Kerninflation – also die Preisentwicklung ohne Nahrungsmittel und Energie – blieb im Oktober 2025 stabil bei 2,8 %. Auch die Inflationsrate ohne Energie lag mit 2,5 % weiterhin über dem Gesamtwert. Diese Kennzahlen verdeutlichen, dass der Preisauftrieb in vielen Bereichen des privaten Konsums anhält.
Leichter Preisanstieg im Monatsvergleich
Gegenüber dem Vormonat September stieg der Verbraucherpreisindex um 0,3 %. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Flugtickets aus (+19,4 %). Energie verteuerte sich im Monatsvergleich um 0,2 %, wobei Kraftstoffe teurer wurden (+0,5 %) und Heizöl günstiger (-0,8 %). Nahrungsmittelpreise blieben insgesamt stabil, mit Preisrückgängen bei Butter (-10,0 %) und Äpfeln (-6,5 %).


