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Verbraucherzentralen fordern Werbeverbot für Ungesundes auf Social Media

Junge Frau beim Fotografieren von Pizza und Burgern
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Die Verbraucherzentralen fordern ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel durch Influencer. Eine repräsentative Umfrage zeigt breite Unterstützung in der Bevölkerung. Besonders Kinder seien gefährdet, durch fragwürdige Ernährungstipps in sozialen Medien beeinflusst zu werden. Kritik gibt es auch an fehlender Kontrolle und rechtlichen Grauzonen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Influencer bewerben auf Social Media häufig ungesunde Lebensmittel – mit spürbaren Auswirkungen auf das Verhalten ihrer Follower. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht darin eine ernstzunehmende Gefahr und fordert politische Konsequenzen: Werbung für Produkte, die nicht den WHO-Nährwertstandards entsprechen, soll verboten werden. Eine aktuelle forsa-Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt diese Forderung.

Einflussreich, aber oft unseriös

Millionen Menschen folgen Influencern auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube. Besonders junge Zielgruppen lassen sich bei Konsumentscheidungen und Ernährungsempfehlungen von ihnen beeinflussen. 72 Prozent der Befragten einer repräsentativen Studie wünschen sich strengere gesetzliche Regeln für Werbung durch Influencer. Denn Empfehlungen erscheinen oft als persönliche Tipps – wirken dadurch authentisch und sind nicht immer als Werbung erkennbar.

Laut Umfrage informieren sich 26 Prozent der Erwachsenen gezielt über Social Media zu Ernährungsthemen. In dieser Gruppe haben 36 Prozent mindestens einmal ein Produkt gekauft, das von Influencern beworben wurde. Für die Verbraucherzentralen ist das ein klares Zeichen dafür, wie effektiv diese Form der Werbung ist – selbst dann, wenn es sich um ungesunde Produkte handelt.

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Forderung nach gesetzlicher Klarstellung

Ramona Pop, Vorständin des vzbv, sieht akuten Handlungsbedarf. Influencer bewerben oft Produkte mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt, die laut WHO nicht als gesund eingestuft werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die als Wundermittel präsentiert werden, geraten in den Fokus. Besonders problematisch sei dies bei Produkten für Kinder – diese seien häufig überdosiert und potenziell gesundheitsschädlich.

Die Verbraucherschützer fordern deshalb ein grundsätzliches Werbeverbot auf Social Media für Lebensmittel, die nicht den WHO-Kriterien entsprechen. Vor allem Kinder und Jugendliche müssten besser vor manipulativen Werbebotschaften geschützt werden.

Rechtliche Grauzonen und mangelnde Kontrolle

In der EU gelten für gesundheitsbezogene Aussagen bei Lebensmitteln klare Vorschriften – etwa durch die Health-Claims-Verordnung. Doch gerade auf Social Media werden diese Regeln oft umgangen. Viele Influencer kennzeichnen ihre Inhalte nicht als Werbung oder äußern Gesundheitsversprechen, die sich nicht belegen lassen.

Zuständig für die Kontrolle solcher Verstöße ist in Deutschland die Lebensmittelüberwachung. Nach Einschätzung des vzbv fehlt es jedoch an ausreichenden Ressourcen, um die Aktivitäten auf Social Media konsequent zu überprüfen. Der Verband fordert daher eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Kontrollbehörden.

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