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Innovationsranking 2025: Deutschland stagniert, andere Länder überholen

Symbolbild fuer Innovation und Robotik
Foto: ThisIsEngineering / Pexels

Key takeaways

Deutschland stagniert im Innovationsranking 2025 auf Rang 12, während andere Länder aufholen. Die Schwächen liegen vor allem bei Digitalisierung, Technologietransfer und Umsetzung von Forschung. Der BDI fordert mehr Wagniskapital, mutige Ziele und einen funktionierenden europäischen Kapitalmarkt, um die Innovationskraft zu stärken.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Deutschland droht im globalen Innovationswettbewerb den Anschluss zu verlieren. Im aktuellen Innovationsindikator 2025, den der BDI und Roland Berger vorgestellt haben, verharrt die Bundesrepublik auf Rang 12 – wie im Vorjahr. Währenddessen verbessern sich Wettbewerber wie die USA, Großbritannien und Frankreich deutlich. Der Rückstand zeigt sich besonders bei unternehmerischer Innovationskraft: Die FuE-Investitionen deutscher Unternehmen wachsen langsamer als in anderen Staaten – vor allem im Bereich der Digitalisierung.

Die Studie, die mit Unterstützung von Fraunhofer ISI und ZEW erstellt wurde, analysiert seit 2005 regelmäßig die Innovationsleistung führender Volkswirtschaften. An der Spitze des Rankings stehen erneut kleine, spezialisierte Länder: die Schweiz, Singapur und Dänemark. Deutschland bleibt hingegen ein Innovationsstandort mit Widersprüchen: Exzellente Forschung trifft auf eine schwache wirtschaftliche Verwertung.

Deutschlands Stärken und Schwächen bei Schlüsseltechnologien

In einigen Technologiebereichen gehört Deutschland weiterhin zur Weltspitze. So belegt es in der Kreislaufwirtschaft den ersten Platz und ist auch bei neuen Materialien und Produktionstechnologien gut aufgestellt. Doch ausgerechnet in strategisch besonders wichtigen Feldern wie digitaler Hardware, Vernetzung und Biotechnologie liegt Deutschland deutlich zurück – hier reichen die Platzierungen nur für das Mittelfeld.

Die Digitalisierung von Industrie und Dienstleistungen bleibt eines der größten Defizite. Der niedrige Anteil an computerimplementierten Erfindungen signalisiert, dass klassische Industrien ohne digitale Aufrüstung an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen könnten. Während andere Länder ihre Stellung in Zukunftstechnologien systematisch ausbauen, droht Deutschland weiter ins Hintertreffen zu geraten.

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Große Visionen, fehlendes Kapital

BDI-Präsident Peter Leibinger fordert mehr Mut zu großen Zielen – etwa beim Bau eines Fusionsreaktors bis 2040 oder bei der Entwicklung eigener KI-Basismodelle. Dafür braucht es eine gezielte Innovationspolitik, ehrgeizige Fahrpläne und vor allem einen funktionierenden europäischen Kapitalmarkt. Auch Roland-Berger-Chef Stefan Schaible betont die Notwendigkeit, Wissen schneller in marktfähige Produkte zu überführen – durch besseren Technologietransfer, schlankere Prozesse und mehr Wagniskapital.

Zwar liegt Deutschland bei der Forschungseffizienz auf Platz 6, doch die wirtschaftliche Umsetzung hinkt hinterher. Nur 61 Prozent der generierten Erkenntnisse werden in marktfähige Lösungen überführt – ein klarer Nachteil gegenüber Ländern wie den USA, die Wissen deutlich schneller monetarisieren.

Gesellschaftliche Offenheit und Nachhaltigkeit als Risikofaktoren

Ein weiterer Schwachpunkt: die vergleichsweise geringe gesellschaftliche Offenheit. Während Wirtschaft und Wissenschaft international gut vernetzt sind, fehlt es auf gesellschaftlicher Ebene an Aufgeschlossenheit. Dabei gilt: Offene Systeme fördern Innovation. Zudem rutscht Deutschland im Nachhaltigkeitsindex auf Rang 7 ab – nach Platz 3 im Vorjahr. Gründe sind unter anderem Defizite bei grünen Technologien, rückläufige FuE-Ausgaben im Energiebereich und eine schwache Exportbilanz nachhaltiger Produkte.

Der Innovationsindikator zeigt damit deutlich: Ohne strukturellen Kurswechsel droht Deutschland langfristig den Anschluss zu verlieren. Der Ruf nach mehr Mut, Kapital und Geschwindigkeit in der Innovationspolitik wird lauter – nicht nur aus der Wirtschaft, sondern auch aus der Wissenschaft.

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