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Arbeitsmarkt: IT-Fachkräftemangel bleibt größte Bremse für Digitalisierung

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Foto: RETAIL-NEWS / Made with AI

Key takeaways

Trotz leicht sinkender Zahlen bleibt der Mangel an IT-Fachkräften ein zentrales Problem der deutschen Wirtschaft. Bitkom warnt vor einer weiteren Verschärfung. Unternehmen reagieren mit KI, Weiterbildung und Quereinstieg – aber viele tun noch zu wenig. Auch die Politik ist gefordert, etwa bei Arbeitszeit und Einwanderung.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der deutsche Arbeitsmarkt leidet weiterhin unter einem gravierenden Mangel an IT-Fachkräften. Trotz eines Rückgangs der offenen Stellen von 149.000 im Jahr 2023 auf aktuell rund 109.000 ist keine nachhaltige Entspannung in Sicht. 85 Prozent der Unternehmen berichten von einem IT-Fachkräftemangel, 79 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschärfung. Die Ergebnisse basieren auf einer aktuellen Bitkom-Studie mit 855 befragten Unternehmen.

Digitale Nachfrage trifft auf Zurückhaltung bei Neueinstellungen

Trotz wachsendem Digitalisierungsdruck in Wirtschaft und Verwaltung bleiben viele Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend oder bauen IT-Stellen sogar ab. Dies liegt nicht zuletzt an der konjunkturellen Schwäche und geopolitischen Unsicherheiten. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel die Situation: Weniger junge Menschen treten in den Arbeitsmarkt ein, während viele Ältere ausscheiden.

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Unternehmen setzen verstärkt auf Alternativen – KI und Quereinsteiger

Einige Firmen reagieren auf den Mangel mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Jedes zwölfte Unternehmen nutzt KI gezielt, um personelle Engpässe auszugleichen. Doch KI schafft auch neue Herausforderungen: Während 27 Prozent mit Stellenabbau durch KI rechnen, sehen 42 Prozent zusätzlichen Fachkräftebedarf. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Quereinsteigern: Jeder vierte IT-Job wurde zuletzt von einer Person ohne klassische IT-Ausbildung übernommen.

Weiterbildung statt Warteliste

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels setzen 31 Prozent der Unternehmen auf gezielte Weiterbildungsprogramme. Programme für Quereinsteiger (22 %), die Verlängerung der Beschäftigung älterer Mitarbeiter (19 %) sowie Förderungen für Frauen (14 %) sind weitere Maßnahmen. Dennoch zeigt sich: 29 Prozent unternehmen aktuell gar nichts gegen den Fachkräftemangel.

Geld ist nicht alles – Flexibilität als Engpass

Im Schnitt dauert es 7,7 Monate, eine IT-Stelle zu besetzen. Häufig scheitert die Besetzung an nicht erfüllbaren Gehaltsvorstellungen, fehlender Umzugsbereitschaft oder mangelnder Flexibilität der Unternehmen bei Arbeitszeitmodellen und mobilem Arbeiten. Auch unzureichende Sprachkenntnisse und fehlende Soft-Skills behindern den Einstellungsprozess.

Rekrutierung jenseits klassischer Ausbildung

Nur 27 Prozent der neu eingestellten IT-Fachkräfte haben einen einschlägigen Hochschulabschluss. Quereinsteiger spielen eine immer wichtigere Rolle: Viele bringen praktische Erfahrungen, Weiterbildungen oder autodidaktisches Wissen mit. Unternehmen erkennen zunehmend deren Potenzial, auch wenn die Integration Herausforderungen mit sich bringt.

Fachkräfte aus dem Ausland – noch wenig genutzt

Bislang haben nur 14 Prozent der Unternehmen IT-Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert. Allerdings zeigt sich durch die US-Politik unter Donald Trump ein möglicher Vorteil für den deutschen Arbeitsmarkt: 45 Prozent der Firmen sehen die USA als weniger attraktiv für Fachkräfte und hoffen, international besser punkten zu können.

Politische Forderungen: Höchstarbeitszeit und Aktiv-Rente im Fokus

Unternehmen wünschen sich klare politische Impulse: Besonders die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit (74 Prozent Zustimmung), die Förderung der Fachkräfteeinwanderung (69 Prozent) und die Aktiv-Rente (67 Prozent) gelten als besonders wirkungsvoll. Eine zentrale Plattform zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte sowie ein digitalisierter Prozess könnten laut Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst den Unterschied machen.

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