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JD.coms Zugeständnisse für Ceconomy-Übernahme stoßen auf Widerstand

Paketstationen von JD com
Foto: JD.com

Key takeaways

➟ JD.com gerät bei der geplanten Ceconomy-Übernahme unter Druck. Wettbewerber kritisieren offenbar die bisherigen Zugeständnisse, während die EU weiter mögliche Wettbewerbsvorteile durch chinesische Subventionen prüft.

Lesezeit ca. 2 Minuten

JD.com stößt bei seinem Versuch, die EU-Bedenken rund um die geplante Übernahme von Ceconomy auszuräumen, offenbar auf Widerstand. Nach einem Bericht von Reuters haben Wettbewerber negativ auf die im August eingereichten Zusagen des chinesischen E-Commerce-Konzerns reagiert.

Die Europäische Kommission soll JD.com in dieser Woche über die kritischen Rückmeldungen informiert haben. Brüssel prüft den rund 2,5 Milliarden Dollar schweren Deal nach der EU-Verordnung über ausländische Subventionen und muss bis zum 23. Oktober über die Transaktion entscheiden.

Zugang zu Logistik und Technologie reicht Rivalen offenbar nicht

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört dem Bericht zufolge, Ceconomy Zugang zur europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur von JD.com zu marktüblichen Konditionen zu gewähren.

Auch kleinere Wettbewerber sollen entsprechende Leistungen zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen nutzen können. Die negativen Reaktionen aus dem Markt deuten jedoch darauf hin, dass diese Zusagen aus Sicht der Rivalen nicht ausreichen.

Damit steigt der Druck auf JD.com, seine Abhilfemaßnahmen nachzubessern, falls der Konzern eine Freigabe ohne weitergehende Auflagen erreichen will.

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EU sieht mögliche Vorteile durch ausländische Subventionen

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, ob JD.com durch staatliche Unterstützung aus China einen wettbewerbsverzerrenden Vorteil erhalten haben könnte.

Die Europäische Kommission hatte im Mai vorläufig festgestellt, dass JD.com möglicherweise von günstiger Finanzierung, Steuervergünstigungen und Zuschüssen profitiert haben könnte, die mit chinesischen staatlichen Stellen in Verbindung stehen.

Im Juli konkretisierte Brüssel anschließend, welche Punkte JD.com adressieren müsste, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken im Rahmen der Foreign Subsidies Regulation auszuräumen.

Übernahmeprozess läuft seit Sommer 2025

Die Gespräche zwischen Ceconomy und JD.com über ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot begannen bereits im Juli 2025. Seitdem steht die Transaktion unter intensiver regulatorischer Beobachtung.

Die EU-Prüfung nach der Foreign Subsidies Regulation unterscheidet sich dabei von einem klassischen Kartellverfahren. Im Fokus steht nicht nur die Marktstellung der beteiligten Unternehmen, sondern auch die Frage, ob finanzielle Vorteile aus Drittstaaten den Wettbewerb im Binnenmarkt verzerren könnten.

China verschärft den politischen Konflikt

Zusätzliche Brisanz erhielt das Verfahren im August. Chinas Justizministerium wies gemeinsam mit dem Handelsministerium und weiteren Behörden heimische Unternehmen an, nicht mit der EU-Untersuchung zu kooperieren oder sie zu unterstützen.

Peking bezeichnete das Vorgehen der Europäischen Union als unzulässige extraterritoriale Rechtsanwendung. Damit ist die Ceconomy-Prüfung inzwischen nicht nur ein wettbewerbsrechtlicher, sondern auch ein handelspolitischer Konflikt.

Für JD.com erschwert das die Situation zusätzlich, da der Konzern einerseits die Anforderungen der EU erfüllen muss, andererseits aber mit Vorgaben chinesischer Behörden konfrontiert ist.

Entscheidung bis Ende Oktober erwartet

Weder die Europäische Kommission noch JD.com äußerten sich laut Reuters zu den kritischen Reaktionen auf die vorgeschlagenen Zusagen.

Sollten die bisherigen Maßnahmen nicht überzeugen, könnte JD.com gezwungen sein, weitergehende Zugeständnisse anzubieten. Andernfalls drohen zusätzliche Auflagen oder im Extremfall eine Blockade der Transaktion.

Die Entscheidung der EU-Kommission bis zum 23. Oktober wird damit zu einem wichtigen Testfall für die Anwendung der Foreign Subsidies Regulation auf große chinesische Investitionen in Europa.

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