Trotz eines schwierigen Konsumumfelds verzeichnet JD Sports im ersten Halbjahr 2025/26 ein deutliches Umsatzwachstum von 20 % auf 5,94 Mrd. £. Verantwortlich dafür sind insbesondere die Übernahmen der US-Kette Hibbett und der französischen Sportschuhmarke Courir. Auf organischer Basis legte der Umsatz um 2,7 % zu, während die flächenbereinigten Verkäufe leicht rückläufig waren.
Marktanteile in Nordamerika und Europa ausgebaut
Das Unternehmen stärkte seine Position in Nordamerika und Europa. In Nordamerika wurde die Integration von Hibbett und die Reorganisation der City-Gear-Filialen unter den Marken DTLR und Shoe Palace vorangetrieben. Parallel eröffnete JD weltweit 42 neue Filialen, darunter Flagship-Stores in Las Vegas, Melbourne und im Trafford Centre in Manchester – dem bislang größten JD-Standort.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Marge unter Druck, Gewinn rückläufig
Trotz des Umsatzwachstums ging die Bruttomarge leicht auf 48,0 % zurück, insbesondere wegen gezielter Preisaktionen im Onlinegeschäft und dem Einfluss der akquirierten Unternehmen. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten sank um 8,2 % auf 369 Mio. £, die operative Marge fiel entsprechend von 8,0 % auf 6,2 %. Der Vorsteuergewinn vor Anpassungen lag mit 351 Mio. £ um 13,5 % unter dem Vorjahr.
Statutärer Gewinn deutlich gestiegen
Nach Sondereffekten ergibt sich hingegen ein anderes Bild: Der ausgewiesene operative Gewinn stieg um über 33 % auf 389 Mio. £. Der Nettogewinn vor Steuern legte um 9,5 % auf 138 Mio. £ zu. Die Basisgewinne je Aktie verdoppelten sich nahezu auf 0,80 Pence.
Strategie: Omnichannel, Logistik und Kundennähe
JD Sports investiert gezielt in Infrastruktur und Kundenzugang. Die Automatisierung im neuen europäischen Logistikzentrum im niederländischen Heerlen soll in Kürze starten. In den USA wird ein weiteres Verteilzentrum bis Jahresende für JD und Finish Line betriebsbereit sein. Die Loyalty-Plattform „STATUS“ zählt mittlerweile neun Millionen aktive Mitglieder.
Ausblick bleibt verhalten
Trotz der positiven Entwicklung mahnt CEO Régis Schultz zur Vorsicht. Das zweite Halbjahr sei angesichts angespannter Konsumbudgets und wechselnder Produktzyklen herausfordernd. Dennoch bestätigt das Unternehmen seine Jahresprognose für das bereinigte Vorsteuerergebnis. Auch die Belastung durch US-Strafzölle soll in diesem Jahr gering bleiben. JD kündigte zudem ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 100 Mio. £ an und behält die Dividende bei 0,33 Pence je Aktie bei.


