Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst in der deutschen Wirtschaft angekommen. Laut einer aktuellen Auswertung des KfW-Klimabarometers 2025 sieht sich mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland bereits mit negativen Folgen der Erderwärmung konfrontiert.
Breite Betroffenheit in der Wirtschaft
Rund 21 Prozent der Unternehmen – etwa 800.000 Betriebe – berichten von negativen Auswirkungen. Besonders stark betroffen sind große Unternehmen: 74 Prozent der Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro geben an, zumindest teilweise unter den Folgen des Klimawandels zu leiden.
Auch im gehobenen Mittelstand zeigt sich eine deutliche Betroffenheit. 42 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sehen sich mit negativen Effekten konfrontiert. Bei Kleinstunternehmen liegt der Anteil mit 19 Prozent deutlich niedriger.
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Globale Verflechtungen erhöhen Risiken
Ein zentraler Grund für die höhere Betroffenheit großer Unternehmen liegt in ihrer internationalen Vernetzung. Globale Lieferketten und Absatzmärkte machen sie besonders anfällig für klimabedingte Störungen – auch wenn diese in geografisch weit entfernten Regionen auftreten.
Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme oder Überschwemmungen wirken sich zunehmend auf Produktionsprozesse, Logistik und Lieferketten aus.
Energieintensive Branchen besonders unter Druck
Überdurchschnittlich stark betroffen sind energieintensive Unternehmen. Betriebe, bei denen Energiekosten mindestens zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen, berichten zu 31 Prozent von negativen Auswirkungen – ein weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Die Erfahrungen aus den trockenen Sommern der vergangenen Jahre zeigen die konkreten Risiken: Niedrige Flusspegel beeinträchtigen Transportwege, während Kraftwerke und industrielle Prozesse durch eingeschränkte Kühlmöglichkeiten an Leistungsgrenzen stoßen.
Deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Großunternehmen. Während im Klimabarometer 2024 noch 61 Prozent dieser Unternehmen negative Effekte meldeten, sind es inzwischen 74 Prozent – ein Anstieg um 13 Prozentpunkte.
Diese Dynamik verdeutlicht, dass die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels zunehmend an Intensität gewinnen.
Klimapolitik als wirtschaftlicher Faktor
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Klimaschutz längst nicht mehr nur eine ökologische Frage ist, sondern auch eine zentrale wirtschaftliche Dimension hat. Eine konsequente Klimapolitik kann dazu beitragen, Risiken zu begrenzen und die Stabilität von Lieferketten sowie Produktionsprozessen zu sichern.
Unternehmen zwischen Anpassung und Transformation
Für Unternehmen bedeutet dies, ihre Geschäftsmodelle stärker auf Klimarisiken auszurichten. Dazu zählen Investitionen in resilientere Lieferketten, effizientere Energienutzung und nachhaltige Produktionsprozesse.
Gleichzeitig wächst der Druck, sich aktiv an der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu beteiligen.
Ausblick: Klimarisiken werden zum Dauerfaktor
Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass klimabedingte Risiken künftig ein dauerhafter Bestandteil wirtschaftlicher Planung sein werden. Unternehmen, die frühzeitig reagieren und ihre Strukturen anpassen, könnten langfristig Wettbewerbsvorteile erzielen.
Der Klimawandel entwickelt sich damit zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Stabilität von Unternehmen.


