Das Geschäftsklima auf dem deutschen Private-Equity-Markt hat sich im zweiten Quartal 2026 deutlich eingetrübt. Das geht aus dem aktuellen German Private Equity Barometer von KfW Research und dem Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) hervor. Ausschlaggebend sind vor allem die anhaltend hohe makroökonomische Unsicherheit, steigende Finanzierungskosten sowie eine schwache Konjunktur. Positiv bleibt hingegen die weiterhin hohe Investitionsbereitschaft der Beteiligungsgesellschaften.
Geschäftsklima fällt erneut deutlich zurück
Der Geschäftsklimaindikator für den deutschen Private-Equity-Markt sank im zweiten Quartal um 17,4 Punkte auf minus 32,2 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich deutlich. Damit bewegt sich die Investorenstimmung bereits seit mehr als vier Jahren unter ihrem langfristigen Durchschnitt.
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Makroökonomische Risiken belasten den Markt
Als wichtigste Belastungsfaktoren nennen die Studienautoren die anhaltend hohe geopolitische Unsicherheit sowie deren Auswirkungen auf Energiepreise, Inflation und Zinsen. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs führte zu einer höheren Inflation und einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank. Entsprechend verschlechterten sich die Bewertungen für Konjunktur, Zinsniveau sowie die Bedingungen für Akquisitionsfinanzierungen deutlich.
Auch das Fundraising-Klima und die Aussichten für Unternehmensverkäufe gaben nach und liegen weiterhin klar im negativen Bereich.
Investitionsbereitschaft bleibt überraschend hoch
Trotz des schwierigen Marktumfelds zeigt sich die Investitionsbereitschaft der Beteiligungsgesellschaften robust. Der entsprechende Indikator stieg gegenüber dem Vorquartal auf 23,3 Punkte und liegt damit nur knapp unter seinem bisherigen Höchstwert.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse auf weiterhin vergleichsweise hohe Unternehmensbewertungen hin. Die Stimmung hinsichtlich der Einstiegsbewertungen bleibt trotz eines leichten Rückgangs positiv, während sich die Einschätzungen zu notwendigen Wertberichtigungen in den vergangenen Quartalen schrittweise verbessert haben.
Erholung hängt von Konjunktur und Geopolitik ab
Nach Einschätzung von KfW und BVK bleibt eine nachhaltige Erholung des Private-Equity-Marktes eng an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gekoppelt. Eine Stabilisierung der geopolitischen Lage, eine Belebung der Konjunktur sowie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gelten als entscheidende Voraussetzungen für eine Verbesserung des Investitionsklimas.
Gleichzeitig unterstreicht die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Beteiligungsgesellschaften, dass attraktive mittelständische Unternehmen trotz des schwierigen Umfelds weiterhin gute Chancen auf Beteiligungskapital besitzen.






