Ladendiebstahl entwickelt sich für den deutschen Einzelhandel zunehmend zu einem ernsthaften wirtschaftlichen Risiko. Eine aktuelle Studie von ibi Research beleuchtet, wie Kamerasysteme und künstliche Intelligenz zur Prävention beitragen können – und wo ihre Grenzen liegen.
Ladendiebstahl als wachsendes Problem
Das Phänomen betrifft Unternehmen aller Größen und Segmente – vom kleinen Innenstadtgeschäft bis zum großflächigen Händler. Mehr als die Hälfte der Unternehmen war zuletzt von Diebstählen betroffen. Rund 60 Prozent der Inventurverluste gehen dabei auf Kundendiebstahl zurück, der häufig unentdeckt bleibt.
Neben dem Warenverlust entstehen zusätzliche Kosten für Sicherheitsmaßnahmen. Gleichzeitig berichten Mitarbeitende vermehrt von aggressivem Verhalten, Bedrohungen und körperlichen Übergriffen.
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Potenziale und Grenzen von Kameraeinsatz
Kamerasysteme können abschreckend wirken, Beweise liefern und das Sicherheitsgefühl des Personals stärken. Gleichzeitig ist ihr Einsatz datenschutzrechtlich sensibel.
Die Studie zeigt, dass moderne, KI-gestützte Systeme über klassische Überwachung hinausgehen: Sie können Muster erkennen, Prozesse im Laden optimieren und beispielsweise auch zur besseren Flächenplanung oder Warenverfügbarkeit beitragen.
Klare Grenzen bestehen jedoch bei der personalisierten Identifikation oder dem langfristigen Tracking von Personen – solche Anwendungen sind rechtlich unzulässig.
Rechtlicher Rahmen als zentrale Hürde
Für den Einsatz von Kameras gelten strenge Vorgaben, etwa zu Datenminimierung, Zweckbindung und Transparenz. Unternehmen müssen zudem umfangreiche Dokumentationspflichten erfüllen und die Rechte betroffener Personen wahren.
In der Praxis sorgt dies häufig für Unsicherheit, insbesondere bei der Frage, wo und in welchem Umfang Kameras eingesetzt werden dürfen.
Handel fordert klare und praktikable Regeln
Viele Unternehmen fühlen sich beim Umgang mit Ladendiebstahl von Politik und Behörden nicht ausreichend unterstützt. Gleichzeitig sehen sie sich durch bürokratische Hürden bei Schutzmaßnahmen eingeschränkt.
Gefordert werden einheitliche Datenschutzregeln, mehr Rechtssicherheit für typische Risikobereiche wie Kassenzonen oder Eingänge sowie klare Perspektiven für den Einsatz von KI-Systemen.
Auch kleinere Unternehmen benötigen laut Studie mehr Unterstützung – etwa durch Leitfäden, Beratung und geprüfte Standards.
Die Untersuchung macht deutlich: Kameras und KI können einen wichtigen Beitrag zur Diebstahlprävention leisten. Entscheidend ist jedoch ein ausgewogener Rechtsrahmen, der Sicherheit ermöglicht, ohne Grundrechte zu gefährden.


