Im Kampf um Endverbraucher-lastige KI-Features hat Snapchat sein Tool „Imagine Lens“ nun auch für alle Nutzer in den USA kostenlos verfügbar gemacht – auch ohne Abo. Die Funktion, mit der sich Bilder durch Texteingaben kreativ bearbeiten lassen, war bisher zahlenden Nutzern von Lens+ und Snapchat Platinum vorbehalten. Jetzt steht sie einem breiteren Publikum offen – mit einer begrenzten Anzahl an kostenlosen Bildgenerierungen.
Mit der Imagine Lens lassen sich eigene Selfies oder Aufnahmen mithilfe einfacher Texteingaben in neue Bilder verwandeln. Wer etwa den Prompt „Verwandle mich in einen Alien“ eintippt, erhält ein entsprechendes KI-generiertes Ergebnis. Auch kreative Ideen wie Halloween-Kostümproben oder surreale Alltagsmotive lassen sich umsetzen.
Start in den USA, Expansion geplant
Die bearbeiteten Bilder können anschließend mit Freunden geteilt, in der eigenen Story veröffentlicht oder auch außerhalb von Snapchat verbreitet werden. Mit dem Schritt reagiert das Unternehmen auf wachsenden Wettbewerb durch andere Tech-Firmen, die zunehmend auf KI setzen.
Der Start erfolgt zunächst nur in den USA. Weitere Länder wie Kanada, Großbritannien und Australien sollen laut Snap bald folgen. Länder wie Deutschland, die aufgrund europäischer Digitalpolitik oft ein Dorn im Auge sind, bleiben weiter außen vor.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Snap reagiert auf Druck durch Meta und OpenAI
Die Öffnung des Tools kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Mitbewerber wie Meta oder OpenAI eigene Video- und Bildlösungen veröffentlichen. OpenAIs „Sora“ etwa erstellt KI-generierte Videos aus Nutzereingaben und erlaubt sogar, mit „Cameos“ Freunde digital in Videos einzubauen. Auch Meta AI verfolgt ähnliche Ansätze.
Snapchat versucht, in diesem Umfeld Anschluss zu halten, indem es seine AI-Funktionen für ein breiteres Publikum zugänglich macht. Durch die Begrenzung der kostenlosen Bildanzahl bleibt dabei jedoch ein Anreiz für kostenpflichtige Abos bestehen.


