Nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens kommt der Haushaltswaren-Discounter Kodi nicht zur Ruhe. Offenbar belasten interne Spannungen zwischen den Gesellschaftern den geplanten Neustart und führen zu einem abrupten Führungswechsel.
Mehrheitseigner Grund verlässt Geschäftsführung
Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, hat Fabian Grund, mit 51 Prozent Mehrheitseigner bei Kodi, seine Position in der Geschäftsführung niedergelegt. Der Rückzug folgt auf eine deutliche Zerwürfnis mit Richard Nölle, einem weiteren Gesellschafter. Pikant: Grund galt bislang als Vertrauter der Familie Nölle, die das Unternehmen vor der Insolvenz dominierte. Der Bruch wirft Fragen über die künftige Führung und strategische Ausrichtung von Kodi auf.
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Neue Führungsmannschaft steht bereit – Beteiligung unklar
Geplant ist der Aufbau eines neuen Management-Teams mit drei Führungskräften, die vornehmlich aus dem Textilhandel stammen. Unklar ist bislang, wie diese sich ins Unternehmen integrieren werden, da sie laut Bericht nicht nur operativ tätig sein wollen, sondern offenbar auch Anteile an Kodi anstreben. Während Grund trotz Rückzug weiterhin 51 Prozent der Anteile hält, gehören Nölle aktuell 44 Prozent. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zu den internen Auseinandersetzungen gibt es bislang nicht.
Rückblick: Insolvenz und Teilübernahme
Kodi hatte im November 2024 ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Hintergrund waren steigende Kosten und die Konsumzurückhaltung der Kunden. Das Insolvenzverfahren wurde zum 1. März 2025 in Eigenverwaltung eröffnet. Eine Investorengruppe um Richard Nölle sicherte sich die Vermögenswerte rückwirkend zum 1. April. Von den 230 Filialen blieben 150 mit rund 1.200 Beschäftigten erhalten – 80 Standorte wurden geschlossen, etwa 520 Arbeitsplätze gingen verloren.


