Die Konsumgüterindustrie in Deutschland rechnet mit einem herausfordernden Geschäftsjahr 2025. Trotz eines erwarteten Umsatzwachstums von rund sieben Prozent drücken steigende Kosten auf die Margen. Die EBIT-Marge wird laut einer aktuellen Horváth-Studie voraussichtlich nur noch acht Prozent betragen – ein Rückgang um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragt sind nun Unternehmen mit flexiblen Kosten- und Produktionsstrukturen.
Globales Produktionsnetzwerk wird neu ausgerichtet
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die anhaltende Reorganisation internationaler Produktions- und Personalstandorte. Während in Asien, Osteuropa und Indien neue Kapazitäten aufgebaut werden, kommt es gleichzeitig zu Stellenabbau in Westeuropa und Nordamerika. Der Hauptgrund: hohe Lohnkosten in den westlichen Industrieländern, verbunden mit wachsendem Konsumpotenzial in Asien. Für die Konsumgüterindustrie wird lediglich ein Personalzuwachs von 0,8 Prozent prognostiziert – deutlich unter dem Durchschnitt anderer Branchen.
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Vertrieb und Marketing: KI bringt Effizienz und Einsparungen
Besonders im Vertrieb und Marketing setzen Unternehmen zunehmend auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Studie prognostiziert Effizienzsteigerungen von 17 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre. Dies könnte bedeuten, dass rund jede sechste Stelle in diesen Bereichen überflüssig wird. Gleichzeitig werden elf Prozent an Kosten eingespart. KI hilft, Werbemaßnahmen günstiger umzusetzen und die Kommunikation mit Kunden sowie interne Prozesse zu optimieren. Allerdings zeigt sich in der Management- und Performance-Steuerung ein deutlicher Nachholbedarf: 45 Prozent der Unternehmen haben sich bislang nicht mit dem gezielten KI-Einsatz in diesen Bereichen beschäftigt.
Soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung
Ein bemerkenswerter Trend betrifft die Vertriebskanäle: 70 Prozent der Unternehmen wollen verstärkt über Plattformen wie TikTok und Instagram verkaufen – sei es über eigene Kanäle oder durch Kooperationen mit Influencern. Auch etablierte Marken greifen diese Strategie auf, um jüngere Zielgruppen direkter zu erreichen.
Nachhaltigkeit verliert an Priorität
Obwohl viele Unternehmen weiterhin zu ihren Net-Zero-Zielen stehen, hat das Thema Nachhaltigkeit deutlich an strategischer Bedeutung verloren. In der Managementpriorisierung fiel es um acht Plätze zurück – von Rang 4 auf Rang 12. Ein Drittel der Unternehmen hat bereits Anpassungen der Nachhaltigkeitsziele vorgenommen oder plant dies. Grund dafür ist unter anderem die gesunkene Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für nachhaltige Produkte, was das Thema in der Unternehmensstrategie weniger relevant erscheinen lässt.


