L’Oréal bereitet sich auf die Finanzierung der Übernahme von Kering Beauté vor und begibt dazu eine großvolumige Anleihe im Umfang von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Die Ausgabe erfolgt in drei Teilstücken mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen – eine Maßnahme, mit der der Kosmetikkonzern den Kapitalmarkt gezielt zur Wachstumsfinanzierung nutzt.
Drei Laufzeiten, unterschiedliche Konditionen
Wie Bloomberg berichtet, soll sich laut informierten Kreisen das Paket aus einer zweijährigen variabel verzinsten Anleihe, einer fünfjährigen Festzinsanleihe und einer langfristigen zehnjährigen Anleihe zusammensetzen. Die Floating-Rate-Anleihe wird mit einem Aufschlag von 45 Basispunkten über dem Dreimonats-Euribor angeboten. Für die fünfjährige Tranche liegt der Risikoaufschlag bei 70 bis 75 Basispunkten über dem Midswap-Satz, bei der zehnjährigen Anleihe zwischen 100 und 105 Basispunkten.
Die Mittel dienen der teilweisen Finanzierung des Kaufs von Kering Beauté, den L’Oréal im Oktober angekündigt hatte. Der Mutterkonzern von Gucci soll laut Vereinbarung 4 Milliarden Euro in bar erhalten. Zusätzlich sind Lizenzzahlungen vorgesehen. Der Abschluss des Deals wird in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
L’Oréal verfolgt aktive Expansionsstrategie
Mit dem Erwerb von Kering Beauté baut L’Oréal sein Portfolio im Luxussegment gezielt aus. Zuletzt war der Konzern durch eine Reihe von Übernahmen aufgefallen, darunter der Kauf der australischen Marke Aēsop im Jahr 2023 für rund 2,5 Milliarden US-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro). Hinzu kamen Beteiligungen an der südkoreanischen Marke Dr. G, dem britischen Hautpflegelabel Medik8 sowie dem Nischenparfümhaus Amouage aus dem Oman.
Die jetzt platzierte Anleihe ist Teil dieser Wachstumsstrategie und zeigt, wie aktiv L’Oréal zur Finanzierung auf Fremdkapital zurückgreift – ein klarer Hinweis auf das Vertrauen des Unternehmens in die Zukunft des Kosmetikmarkts und das Premiumsegment.


