Meta geht einen strategischen Schritt zur langfristigen Absicherung seiner Rechenzentrumsinfrastruktur und investiert massiv in die Entwicklung und den Ausbau von Atomkraftwerken in den USA. Neue Verträge mit Vistra, TerraPower und Oklo sollen laut Meta die Grundlage für bis zu 6,6 Gigawatt an gesicherter Stromkapazität schaffen – ein erheblicher Beitrag zur künftigen Energieversorgung der KI-Systeme des Technologiekonzerns.
Meta wird größter Firmenabnehmer von Atomstrom
Meta zählt damit zu den größten privaten Abnehmern von Atomstrom in der Geschichte der USA. Bereits 2025 wurde eine erste Vereinbarung mit Constellation Energy abgeschlossen. Die neu bekannt gegebenen Partnerschaften zielen auf den Ausbau bestehender Kernkraftwerke sowie die Förderung neuer Technologien. So wird durch die Kooperation mit Vistra die Lebensdauer dreier Anlagen in Ohio und Pennsylvania verlängert und gleichzeitig deren Leistung durch sogenannte „Uprates“ erhöht.
Die Projekte versorgen künftig unter anderem Metas KI-Supercluster „Prometheus“ im US-Bundesstaat Ohio mit Strom. Die Datenzentren gelten als zentrales Element der unternehmensweiten Bestrebungen, Anwendungen der persönlichen Superintelligenz weltweit verfügbar zu machen. Um das benötigte Energievolumen abzusichern, setzt Meta zunehmend auf „firm power“ – verlässliche, kontinuierlich verfügbare Stromquellen wie die Atomenergie.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Technologiepartnerschaften mit TerraPower und Oklo
Im Bereich der nächsten Reaktor-Generation setzt Meta auf Kooperationen mit Start-ups wie TerraPower und Oklo. Mit TerraPower, gegründet von Bill Gates, wurde ein Vertrag über bis zu acht sogenannte Natrium-Reaktoren geschlossen. Zwei davon mit 690 Megawatt Leistung könnten ab 2032 ans Netz gehen, weitere sechs Reaktoren mit zusammen 2,1 GW sollen bis 2035 folgen. Hinzu kommen Speicherlösungen mit 1,2 GW Kapazität.
Oklo plant indes ein neues Nuklearzentrum in Pike County, Ohio. Dort sollen kompakte Aurora-Reaktoren entstehen, die bis zu 1,2 GW Strom direkt in das PJM-Stromnetz einspeisen könnten – ebenfalls mit Start Anfang der 2030er-Jahre. Die Technologie basiert auf einem weiterentwickelten Fastreaktor-Konzept mit einem geschlossenen Brennstoffkreislauf, der auch wiederaufbereiteten Brennstoff nutzt.
Arbeitsplätze und Unabhängigkeit für die US-Energieversorgung
Die Vereinbarungen sollen nicht nur die Versorgung von Metas Infrastruktur sichern, sondern auch die US-Energieunabhängigkeit stärken. Meta hebt hervor, dass sämtliche Stromkosten für die Rechenzentren selbst getragen werden, ohne Belastung der Haushaltskunden. Gleichzeitig entstehen durch die Projekte Tausende von Arbeitsplätzen im Bau und Betrieb sowie langfristige Investitionen in strukturschwache Regionen.
Auch die Versorgungssicherheit soll gestärkt werden. Mit dem geplanten Ausbau wird nicht nur die bestehende Infrastruktur verlängert und modernisiert, sondern auch die Versorgungskette für nuklearen Brennstoff stabilisiert. Meta will so zum industriellen Rückgrat der amerikanischen KI-Infrastruktur beitragen – mit sauberem, verlässlichem Strom aus Atomkraft.


