Die Krise im Matratzen-Segment zieht weitere Kreise. Nachdem in 2024 der Hersteller Emma zahlreiche Mitarbeiter entlassen hatte. steht nun für Matratzen Direct, das im Frühjahr 2025 eine Insolvenz beantragt hatte, fest: Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens, das unter Marke „MFO Matratzen“ auftritt, muss vollständig eingestellt werden. Der Händler mit Sitz in Köln betreibt aktuell noch 97 Filialen und ein Online-Geschäft – doch spätestens zum 31. Dezember ist auch damit Schluss. Die Suche nach einem Investor blieb erfolglos, wie zuerst die Wirtschaftswoche berichtet.
Sanierungsversuch ohne Erfolg
Noch im Frühjahr hatte sich das Unternehmen Hoffnung auf eine Rettung gemacht. Unter anderem wurden Einsparungen vorgenommen und das Filialnetz von 124 auf 97 Standorte verkleinert. Insgesamt 44 potenzielle Investoren wurden kontaktiert – jedoch ohne Ergebnis. Auch ein letzter Interessent entschied sich gegen eine Übernahme.
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Rückläufige Nachfrage, hohe Verluste
Ein wesentlicher Grund für das Aus liegt laut Unternehmensangaben im veränderten Konsumverhalten: Die Kaufzurückhaltung der Kunden sei angesichts der Inflation spürbar gestiegen. Bereits im Jahr 2023 lag der Umsatz bei nur 34,4 Millionen Euro, während ein Verlust von 1,2 Millionen Euro verbucht wurde. Der Jahresabschluss offenbarte zudem eine bilanziellen Überschuldung in Höhe von über 29 Millionen Euro.
Kein Zukunftskonzept ohne Kapital
Wie das Unternehmen mitteilt, hätte eine Fortführung des Geschäfts erhebliche Investitionen vorausgesetzt – ein tragfähiges Konzept sei ohne frisches Kapital jedoch nicht umsetzbar gewesen. „Eine nachhaltig rentable Fortsetzung des Geschäftsbetriebs hätte dies vorausgesetzt“, so die Mitteilung.
Bereits zweite Insolvenz seit 2017
Die Probleme sind nicht neu: Bereits 2017 musste Matratzen Direct ein Schutzschirmverfahren durchlaufen, auch damals kam es zu Filialschließungen. Nun folgt das endgültige Aus – und mit ihm das Ende eines Unternehmens, das trotz verschiedener Sanierungsversuche keinen wirtschaftlich tragfähigen Weg mehr fand. Rund 300 Mitarbeitende verlieren ihren Arbeitsplatz.


