Der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) fordert von der Bundesregierung und der Europäischen Union ein konsequenteres Vorgehen gegen asiatische Onlineplattformen wie Temu und Shein. Hintergrund sind nach Ansicht des Verbands zunehmende Wettbewerbsverzerrungen sowie der Import von Produkten, die europäische Sicherheits- und Umweltstandards nicht erfüllen.
Stationärer Handel unter wachsendem Druck
Der Modehandel sieht sich bereits seit längerem mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Neben anhaltender Konsumzurückhaltung belasten auch hohe Energiekosten und steigende bürokratische Anforderungen die Branche.
Zusätzlich verschärft sich nach Angaben des BTE der Wettbewerbsdruck durch Onlineplattformen aus Drittstaaten. Diese könnten Produkte häufig günstiger anbieten, da sie europäische Produkt-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards nicht immer einhalten müssten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kritik an schadstoffbelasteten Produkten
Nach Einschätzung des Verbands gelangen über Plattformen wie Temu und Shein regelmäßig Textilien, Schuhe und Accessoires auf den europäischen Markt, die erhöhte Konzentrationen gesundheitsschädlicher Chemikalien enthalten.
Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts hätten gezeigt, dass ein Großteil der geprüften Textilprodukte die Grenzwerte der EU-Chemikalienverordnung REACH überschreitet. Auch frühere Tests der Stiftung Warentest hätten bereits auf mangelhafte Produkte hingewiesen, die nicht den europäischen Standards entsprechen.
BTE fordert konsequente Marktüberwachung
Der Verband kritisiert, dass Plattformen häufig erst nach öffentlicher Kritik reagieren und beanstandete Produkte entfernen. Aus Sicht des BTE sei dieses Vorgehen nicht ausreichend, um Verbraucher- und Umweltschutz zuverlässig sicherzustellen.
Daher fordert der Verband strengere Kontrollen bei der Einfuhr von Waren sowie eine stärkere Marktüberwachung innerhalb der EU. Gleichzeitig müssten bestehende Regulierungs- und Vollzugslücken geschlossen werden.
Unterstützung für EU-Verfahren gegen Plattformen
Der BTE begrüßt, dass die Europäische Kommission bereits ein Verfahren gegen die Plattform Shein auf Grundlage des Digital Services Act eingeleitet hat. Dieses sende ein wichtiges Signal, müsse jedoch durch konsequente Maßnahmen begleitet werden.
Zudem spricht sich der Verband für die Abschaffung der bisherigen Zollfreigrenze von 150 Euro für Warenimporte aus Drittstaaten aus.
Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen
Aus Sicht des Modehandels sei ein fairer Wettbewerb nur möglich, wenn für alle Marktteilnehmer dieselben Regeln gelten. Auch der Handelsverband Deutschland hatte zuletzt betont, dass Plattformen bei Verstößen gegen europäische Gesetze konsequent zur Verantwortung gezogen werden müssten.
Der BTE fordert daher von Politik und Behörden in Berlin und Brüssel schnelle Maßnahmen, um Handel und Verbraucher besser zu schützen.


