Das Geschäftsjahr 2025 markierte für die Moncler-Gruppe ein weiteres Jahr der Robustheit in einem global wirtschaftlich angespannten Umfeld. Trotz nachlassender Konsumdynamik in wichtigen Märkten, geopolitischer Unsicherheiten und gedämpfter touristischer Ströme gelang es dem Unternehmen, Umsatz, Profitabilität und operative Stärke weitgehend stabil zu halten. Mit einem Gruppenumsatz von 3,13 Milliarden Euro, einem EBIT von 913 Millionen Euro und einem Nettogewinn von 627 Millionen Euro bestätigte Moncler seine Position als eines der widerstandsfähigsten Akteure im globalen Luxusmarkt.
Umsatzentwicklung und Markenperformance
Die Gruppe erzielte laut Jahresbericht 2025 Umsätze in Höhe von 3.132 Millionen Euro, was einem währungsbereinigten Plus von 3 Prozent entspricht. Während die Dynamik in der ersten Jahreshälfte verhalten blieb, brachte das vierte Quartal mit einem Umsatzanstieg von 7 Prozent eine deutliche Belebung. Moncler als Kernmarke wuchs um 3 Prozent währungsbereinigt auf 2,72 Milliarden Euro. Stone Island legte um 4 Prozent auf 411 Millionen Euro zu und zeigte vor allem im vierten Quartal eine dynamische Entwicklung.
Die regionale Entwicklung fiel unterschiedlich aus: Asien erwies sich erneut als Wachstumsmotor und verzeichnete bei Moncler ein Plus von 7 Prozent währungsbereinigt. China und Korea trugen maßgeblich dazu bei. In EMEA hingegen belasteten eine schwächere touristische Nachfrage und gedämpfte Konsumstimmung das Ergebnis. Die Amerikaner entwickelten sich stabil und profitierten von solider lokaler Nachfrage.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Direktvertrieb als zentrale Ertragsquelle
Der Direktvertrieb (DTC) war 2025 erneut der wichtigste Wachstumstreiber. Moncler erzielte 2,36 Milliarden Euro in diesem Kanal und steigerte die Umsätze währungsbereinigt um 4 Prozent. Besonders stark zeigte sich das vierte Quartal. Der Wholesale-Kanal blieb strategisch kontrolliert und wurde weiter optimiert, um die Markenpositionierung langfristig zu stärken.
Zudem investierte die Gruppe weiter in die Optimierung des Retail-Netzwerks. Ende 2025 betrieb Moncler 295 eigene Boutiquen, neun mehr als im Vorjahr. Stone Island wuchs ebenfalls und erreichte 95 Stores weltweit. Parallel reduzierte die Gruppe selektiv den Wholesale-Bestand, um den Markenfokus zu schärfen.
Ergebnisse, Cashflow und Investitionen
Die Bruttomarge lag mit 78,1 Prozent auf Vorjahresniveau. Der operative Gewinn von 913 Millionen Euro zeigte trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds eine hohe Widerstandsfähigkeit. Die EBIT-Marge von 29,2 Prozent blieb robust. Eine Zunahme der Nettofinanzaufwendungen, bedingt durch höhere Zinsen und Leasingkosten, führte zu einem leichten Rückgang des Nettogewinns.
Mit einer Nettofinanzposition von 1,46 Milliarden Euro bleibt Moncler finanziell stark aufgestellt. Gestiegene Lagerbestände resultieren aus einem strategischen Vorziehen wichtiger Rohmaterialien, um Lieferketten- und Preisrisiken abzufedern. Die Investitionen beliefen sich auf 216 Millionen Euro und flossen hauptsächlich in das Retail-Netzwerk sowie in Infrastrukturprojekte wie den neuen Hauptsitz.
Strategische und organisatorische Weichenstellungen
Die Ernennung von Bartolomeo „Leo“ Rongone zum neuen CEO der Moncler-Gruppe ab April 2026 zählt zu den zentralen Entwicklungen des Jahres. Er soll die organisatorische Weiterentwicklung weiter vorantreiben, während Remo Ruffini seine Rolle als Executive Chairman und kreativer Leitgeber beibehält. Zudem wurde die Struktur im Aufsichts- und Kontrollbereich angepasst und Stone Island Japan vollständig in den Konzern integriert.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Moncler erreichte 2025 erneut Spitzenbewertungen bei MSCI, CDP und S&P Global. Der Anteil recycelter und zertifizierter Materialien wurde weiter erhöht, ebenso wie der Einsatz erneuerbarer Energien an allen eigenen Standorten. Mit dem neuen Nachhaltigkeitsprogramm „SIDE by SIDE“ setzt die Gruppe ihre langfristige Verantwortung konsequent fort.
Für 2026 erwartet Moncler ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld, sieht sich jedoch strategisch gut positioniert. Der Fokus liegt auf der Stärkung der Marken Moncler Grenoble, Moncler Collection und Moncler Genius sowie auf der Weiterentwicklung der Marke Stone Island. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 1,40 Euro pro Aktie vor.


