Der Onlinehandel in Deutschland zeigt sich trotz geopolitischer Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten weiterhin robust. Im ersten Quartal 2026 legten die Umsätze moderat zu – doch die Branche blickt mit wachsender Sorge auf mögliche steuerpolitische Veränderungen.
Stabiles Wachstum trotz Krisenumfeld
Die Umsätze im E-Commerce stiegen im ersten Quartal laut Berechnungen von Verbands bevh um 3,6 Prozent auf rund 20,4 Milliarden Euro. Damit setzt sich der langfristige Erholungstrend fort, wenn auch in gedämpfter Form. Weder geopolitische Spannungen noch steigende Energiepreise konnten die Entwicklung bislang deutlich bremsen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehrwertsteuer als zentrales Risiko
Deutliche Kritik kommt aus der Branche an Überlegungen zur Anhebung der Mehrwertsteuer. Händler warnen, dass zusätzliche Belastungen das aktuell fragile Wachstum gefährden könnten. Auch der HDE und weitere Wirtschaftsverbände warnen eindringlich vor einer Erhöhung. Bereits heute sehen sich Unternehmen mit steigenden Kosten und intensivem Wettbewerb konfrontiert.
Alltagsbedarf treibt Onlineumsätze
Besonders stark wächst der Onlinehandel mit Waren des täglichen Bedarfs. Lebensmittel und Drogerieprodukte verzeichnen zweistellige Zuwächse. Auch Online-Apotheken profitieren von strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen und bauen ihre Marktposition weiter aus.
Mode stabil, Freizeit im Aufwind
Der Modehandel zeigt sich stabil mit moderaten Zuwächsen bei Bekleidung und Schuhen. Gleichzeitig profitieren Freizeit- und Baumarktsegmente von einer früh einsetzenden Saison, was zusätzliche Impulse für den Gesamtmarkt liefert.
Marktplätze gewinnen weiter an Bedeutung
Während klassische Onlinehändler nur leicht wachsen, verzeichnen Marktplätze weiterhin überdurchschnittliche Zuwächse. Auch stationäre Händler mit Onlineangeboten konnten ihre Umsätze steigern und holen gegenüber reinen Onlineanbietern auf.
Internationale Plattformen auf dem Vormarsch
Insbesondere asiatische Plattformen bauen ihre Marktanteile weiter aus. Trotz eines geringeren Wachstumstempos im Vergleich zum Vorjahr wachsen sie weiterhin deutlich schneller als der Gesamtmarkt und erhöhen ihren Anteil am Onlinehandel.
Die aktuellen Zahlen zeigen ein insgesamt stabiles Bild des Onlinehandels – doch die kommenden Monate könnten zur Belastungsprobe werden. Vor allem politische Entscheidungen dürften darüber entscheiden, ob der Wachstumstrend anhält oder ins Stocken gerät.


